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Zusätze und Verbesserungen
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Název:
Deutsche Reichstagsakten unter Kaiser Sigmund. Band XII. Abt. 6. (1435–1437)
Autor:
Beckmann, Gustav
Rok vydání:
1901
Místo vydání:
Gotha
Počet stran celkem:
424
Obsah:
- Ia: Titul
- Ic: Inhaltsübersicht
- I: Vorwort
- 1: Edition
- 327: Chronologisches Verzeichnis
- 335: Orts-Personen-Namen Register
- 352: Zusätze und Verbesserungen
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Reichstag zu Eger Mai bis August 1437.
E. Reichsexekution gegen Hzg. Philipp von Burgund nr. 96.
Auf Wunsch des Baseler Konzils hatte Kaiser Sigmund im Mai 1435 den krie-
gerischen Austrag seines Konfliktes mit Hzg. Philipp von Burgund bis zum Schluß der
Kirchenversammlung vertagt 1. Weiterhin scheint dann das Konzil Versuche gemacht zu
haben, eine vollständige Aussöhnung zwischen beiden Fürsten zustande zu bringen: als 5
Sigmund um die Wende 1435/36 zu Stuhlweißenburg mit den Böhmen und den Konzils-
gesandten tagte, überreichten ihm letztere (am 2 Januar 1436) einen Brief des Konzils,
in dem dieses den Kaiser aufforderte, einen Waffenstillstand mit dem Herzog zu schlie-
Ben und Vertrauensmänner an dem Sitz des Konzils zu bestimmen, die mit solchen des
Herzogs über den Frieden verhandeln sollten. Sigmund wollte sich auf solche Verhand- 10
lungen jedoch nur einlassen, wenn sie in seiner Gegenwart stattfänden 2. Am 17 Januar
wiederholte er diese bedingte Zusage, billigte den Vorschlag eines Waffenstillstandes, in
den jedoch das Herzogtum Luxemburg eingeschlossen werden solle, und erklärte, da der
König von Frankreich sich mit dem Herzog in Verhandlungen eingelassen habe, stehe
ihm jetzt dasselbe Recht zu3. Mit anderen Worten: er hielt sich nicht mehr an das 15
Bündnis mit Karl VII von Frankreich gebunden, auf das dieser ja schon im Frieden
von Arras verzichtet hatte 4. Vom Abschluß eines Waffenstillstandes und vom Beginn der
Friedensverhandlungen verlautet jedoch in der Folge nichts. Vielmehr schien sich der
Gegensatz wieder verschärft zu haben: wenigstens mahnte das Konzil im Sommer 1436
abermals zur Eintracht, worauf jedoch Sigmund mit Begründung seines Rechtsstand-20
punktes und Betonung seiner Pflicht gegen das Reich, die ein Zurückweichen von dem,
was er von dem Herzog forderte, nicht zuließen, in energischem Tone antwortete (vgl.
nr. 100).
Und bald darauf hat er denn auch, so scheint es, trotz seinem dem Konzil einst
gegebenen Versprechen mit seinem Vorgehen gegen den Herzog Ernst machen wollen. Am 25
5 November erteilte er dem Grafen Eberhard von Lupfen Vollmacht, den „offenbaren
Feind und ungehorsamen Herzog Philipp von Burgund“ und seine Unterthanen zu schä-
digen, wie und wo er wollte5, und Ende November wies er die bei ihm in Prag weilen-
den Gesandten der Kurfürsten darauf hin, daß jetzt die Gelegenheit günstig sei, den An-
sprüchen des Reiches gegenüber dem Herzog zu ihrem Recht zu verhelfen, und bat um so
den Rat der Kurfürsten für den bevorstehenden Reichstag 6. Wodurch jene Gunst der
Lage gegeben war, wird nicht gesagt, aber es ist wohl zweifellos, daß Sigmund dabei
die militärischen Erfolge der Engländer über den Herzog und den Aufruhr der Flamländer
gegen die Burgundische Herrschaft im Auge hatte 7. Auf ihrer Zusammenkunft zu Frank-
furt am 25 Januar 1437 berieten die kurfürstlichen Räte über den Gegenstand: das Ergebnis 35
war, daß der Kaiser zunächst auf dem Wege Rechtens gegen den Herzog verfahren, wenn
das aber wirkungslos bleibe, die Hilfe der Reichsstände anrufen sollte, die dann nicht aus-
bleiben würde s. In Eger legte dann der Kaiser die Sache den Reichsständen, mit Ein-
schluß der städtischen Gesandten, vor (s. nrr. 92 und 96). Von Einzelheiten der Verhand-
lungen verlautet nichts. Nur ihr Resultat, Sigmunds Vollmacht für den Landgrafen von 40
Hessen, die von dem Burgunder widerrechtlich okkupierten Niederlande für das Reich einzu-
ziehen, geben wir in nr. 96, dem einzigen Aktenstück dieser Abteilung. Wie kläglichen
Ausgang diese Aktion genommen hat, zeigt die Anmerkung zu der erwähnten Nummer.
6
Vgl. nr. 32 art. 3.
Vgl. Pauli, Gesch. von England 5, 247 f. und 45
v. Löher, Kaiser Sigmund und Herzog Philipp
von Burgund in Münch. hist. Jahrb. 1866 p. 384f.
8 Vgl. nr. 64 art. 3.
„
1 Vgl. RTA. 11 nrr. 294 u. 295.
2
Vgl. Mon. Conc. saec. 15, T. 1, 690 u. 762.
3
Vgl. ebd. p. 698.
Vgl. RTA. 11, 498.
Vgl. Altmann, Regesten K. Sigmunds nr. 11510.