z 424 stránek
Titul
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Chronologisches Verzeichnis
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Orts-Personen-Namen Register
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Zusätze und Verbesserungen
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Název:
Deutsche Reichstagsakten unter Kaiser Sigmund. Band XII. Abt. 6. (1435–1437)
Autor:
Beckmann, Gustav
Rok vydání:
1901
Místo vydání:
Gotha
Počet stran celkem:
424
Obsah:
- Ia: Titul
- Ic: Inhaltsübersicht
- I: Vorwort
- 1: Edition
- 327: Chronologisches Verzeichnis
- 335: Orts-Personen-Namen Register
- 352: Zusätze und Verbesserungen
Strana XLVI
Vorwort.
XLVI
erfüllen. Nicht ganz so klar ist es, ob er auch die Lösung der zweiten Aufgabe im
Auge hat; ich glaube aber die Bestimmungen des Aktenstückes so verstehen zu dürfen,
daß thatsächlich den Fürsten auch dieses Ziel vorgeschwebt hat (man beachte die Be-
stimmungen in art. 1e und 13). Ihr Gedanke scheint zu sein, daß dann Fehden im
bisherigen Sinne, bei denen die befehdete Partei wirklich oder angeblich Recht verweigerte,
aber darum nur der Fehde des Gegners, nicht der allgemeinen Friedlosigkeit preisgegeben
wurde, ausgeschlossen seien.
Der entscheidende Unterschied lä ßt sich vielleicht am deutlichsten wie folgt formulieren:
Nach dem geltenden Recht verfällt derjenige, der seinem Gegner nicht zu Recht stehen
will, dessen Selbsthilfe, dem Fehderecht seines Gegners. Nach den neuen Vorschlägen
soll der Rechtsverweigerer der allgemeinen Friedlosigkeit verfallen. Dieser Gedanke ist
freilich, wie sich leicht denken läßt, 1437 nicht absolut neu; er ist nicht Originaleigentum
des fürstlichen Ratschlages. Seine Genealogie weiter zu verfolgen, wird eine dankbare
Aufgabe sein. Hier sei nur so viel bemerkt, daß er sich während der Hussitenkriege
geregt zu haben scheint, daß er in dem Friedensgebot von 1431, aber nur für eine sehr
beschränkte Zeit und nur in Hinblick auf den bevorstehenden Feldzug berücksichtigt wird
und daß er sich dann mit dem Anspruch auf allgemeine Geltung in den Erörterungen
findet, die über Reichsreform und Landfrieden im Jahre 1434 gepflogen waren. In den
Beratungen des Straßburger Rates, die im 11 Bande nr. 113 abgedruckt sind, ist er
klar und scharf ausgesprochen (s. art. 3), aber die Straßburger meinten damals, mit den
ordentlichen Gerichten auskommen und jeden, der vor diesen das Recht verweigere, als
Straßenräuber behandeln zu können, während der fürstliche Ratschlag von 1437 die That-
sache anerkennt, daß erst die Zweifel über Kompetenz der einzelnen Gerichte beseitigt werden
müssen. An der Spitze der kaiserlichen Propositionen vom Herbst 1434 stand dann die
Forderung (s. Bd. 11 nr. 264 art. 1), in Deutschland solche Ordnung herzustellen, daß einem
jeglichen Recht widerfahren möge; aber als Ziel dieser Rechtsordnung galt doch nur, daß
ünredlich widersagen krieg und veintschaft abgetan werden. So knüpft der fürstliche
Ratschlag, wie es scheint, an die 1434 geäußerten Gedanken an, geht aber darüber hinaus.
Vielleicht hat in diesem Zusammenhang art. 2 seine besondere Bedeutung. Der
Kaiser soll verpflichtet werden, alle jetzt herrschenden Kriege abzuthun. Eine ganz ähn-
lich lautende Forderung findet sich allerdings schon in den 16 Artikeln, die Sigmund im
Herbst 1434 den Ständen zur Beratung auf dem Frankfurter Reichstag zugehen ließ
(s. Bd. 11 nr. 264 art. 3), und damals hatte man anscheinend vorzugsweise die Beilegung
jener Kriegswirren, die größere Gebiete des Reiches in Mitleidenschaft zogen, der Kriege
in unserem Sinne, nicht aller kleinen Fehden im Auge. In dem Zusammenhang aber, wie
der Satz hier auftritt, auch mit der besonderen Wendung, daß die Kriege gestillt oder
auf recht abgetan werden sollen, hat er vielleicht eine umfassendere Bedeutung. Für
künftig soll die Fehde als Rechtsmittel gemäß art. 1-1m ausgeschlossen sein, und um diesen
neuen Rechtszustand sofort einzuführen, sollen die bisher entstandenen Fehden sämtlich
gestilll oder auf den Rechtsweg verwiesen werden.
Ist diese Auffassung richtig, so wäre Beseitigung der Fehde als einer rechtlich
erlaubten Institution und das Gebot eines ewigen Landfriedens letztlich das Ziel des
fürstlichen Ratschlages von 1437, und wir hätten hier eine für die Landfriedensentwicklung
höchst bedeutungsvolle neue Thatsache vor uns, die besonders im Zusammenhang mit den
bald darauf unter Albrecht erörterten Plänen gewürdigt werden müßste. Die herrschende
Ansicht geht dahin, daß seit den Tagen der Staufer zum ersten Mal unter Albrecht der
Gedanke, die Fehde völlig zu beseitigen, in der Reichsgesetzgebung wieder aufgetaucht sei.
Die Pläne von 1438 hätten, wenn ich richtig gedeutet habe, ihren unmittelbaren Vorläufer
in dem fürstlichen Ratschlag vom Egerer Reichstag von 1437, der seinerseits wiederum
mit den Verhandlungen von 1434 zusammenhängt.