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Opravy
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Název:
Archiv český, čili, Staré písemné památky české i moravské, sebrané z archivů domácích i cizích. Díl XXIX
Autor:
Kalousek, Josef
Rok vydání:
1913
Místo vydání:
Praha
Česká národní bibliografie:
Počet stran celkem:
617
Obsah:
- I: Titul
- 1: Edice
- 559: Rejstřík písemností
- 572: Rejstřík jmen vlastních
- 606: Rejstřík věcný
- 615: Opravy
Strana 511
O ubohém stavu obyvatelstva v Čechách 8. čce 1771.
511
eher 100 Bauernjunge in jenseitige, als 10 deren von dorten in diesseitige Dienste treten,
wird deme die Ursach gegeben, weil die Bauernknechte, wenn sie auf Robot kommen, von
den Wirthschaftsbeamten theils mit Schlägen, meistens aber mit sehr rauchen Worten be-
handelt werden. Eine mehrmalige Probe, dass nicht die Militarwidmung, so in preussischen
Landesbezirken schon lange bestehet, sondern weil mehr die sonstige Bedrückungen den Unter-
than sein Vaterland verlassen mache.
Zu Reichenau und Neustadt sollen die Unterthanen, und unter diesen 70jährige
Greisen mit thränenden Augen währender Conscription wehemüthig fürgestellet haben, dass
wenn ihnen nicht in Ansehung der sovielen Insulten der übertriebenen Robot und der so man-
nigfaltigen Geldabgaben, die ein jeder herrschaftliche Beamte so zu sagen für sich insbeson-
dere zu vermehren suchete, Hilfe geschehen sollte, sie ohne weiters zu entlaufen gezwungen
wären, indeme sie nicht mehr im Stande wären, sich und ihre Kinder zu nähren, da ihnen
besonders wegen der überhäuften Robot nicht soviel Zeit übrig bleibe, ihren eigenen wenigen
Feldbau zu bestellen.
Bei dem Reichenauer Wirthschaftsdirector in der Amtskanzlei befindet sich ein grosses
Crucifix, über welchen das herrschaftliche Wappen stehet. Rechts und links hangen an rothen
Bandeln zwei sogenannte Pamphilii aus der Karte, an den Füssen Tabakspfeifen, und unter
solchen ist eine Bank befindlich, auf welcher eine nackende Person abgemalter lieget, der
die Zähren aus den Augen rollen, mit der Aufschrift: die Richter-Bank. Dieses Gesichte ist
das allgemeine Schreckbild für die Unterthanen, die nur vorzüglich über ihre dermalige
Beamte klagen, und um allermildeste Abhilfe inbrünstigst bitten, indeme sie die landesfürst-
lichen Gaben alsdann leicht geben könnten und wollten. Es heisst, dass recht viele wichtige
Beschwerden auf der Reichenauer, Neustädter und Oppotschner Herrschaften hervorgekommen,
die aber nur durch eine unparteiische Commission untersuchet und mit Billigkeit auseinander
gesetzt werden könnten.
Der Leinwandhandel ist die stärkeste Nahrung der Inwohnern des Königgrätzer Krei-
ses. Es gibt Bauern, welche die rohe Leinwand von den Webern auf den Märkten, auch in
ihren eigenen Häusern kaufen, bleichen und zurecht richten lassen, die sie alsdann im Lande,
nach Mähren und auch nach Italien verschleissen. Andere sind Leinwandhandlere, welche von
denen Kaufleuten zu Hirschberg und Bresslau Bestallungen haben und für selbe rohe Lein-
wand einkaufen, wozu ihnen das Geld auf Einkauf vorausgegeben und vor das Schock 6 auch
9 kr. Provision gegeben wird. Es ist wahr, dass dieses schon vortheilhafter sei, als wenn Hanf,
Flachs oder Garn auswärts geführet würde; noch profitabler aber wäre es, wenn ausgesonnen
würde, dass diese rohe Leinwand auch im Lande appretiret und a dritura dahin verschlissen
werden könnte, wohin es von Schlesien aus beschieht.
Andere Leinwebere, nämlich von Nachod und dortiger Gegend, verkaufen ihre Arbeit
stuckweis selbsten in die Grafschaft Glatz. Die von Schatzlar handeln damit nach Oesterreich
und Hungarn, auch theils nach Schlesien und auf die Märkte nach Trautenau.
Die Pferde sind zwar einiger Orten von guten, meistentheils aber von nicht gar be-
sondern Wachsthum, so von dem allzufrühen Gebrauch der Füllen herkommet. Da die Roboten
so überhäuft, und der Bauersmann ohnehin sehr weniges tüchtiges Zugvieh halten kann, so
muss die Anspannung sowohl des Pferd als Ochsen ohne weiters unternommen werden, wenn
er anderst mit dem obrigkeitl. Beamten gütlich auslangen will. Dem Vernehmen nach müssen
die Unterthanen denen Herrschaften die Pferde, wie sie solche haben, jung oder in mittleren