z 97 stránek
Titel
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Einleitung
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Personen- und Orstverzeichnis
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Název:
Das St. Pauler Formular. Briefe und Urkunden aus der Zeit König Wenzels II.
Autor:
Loserth, Johann
Rok vydání:
1896
Místo vydání:
Praha
Česká národní bibliografie:
Počet stran celkem:
97
Obsah:
- I: Titel
- 1: Einleitung
- 24: Edice
- 86: Personen- und Orstverzeichnis
Strana 9
gleichsam in eine ewige Knechtschaft gerathen.1) Wenn auch der gegenwärtige Landesherr eine
Beeinträchtigung des Stiftes nicht dulden würde, wer könne denn für die Zukunft bürgen? Mit
ungeheucheltem Bedauern meldet der Prior der polnischen Dominicanerprovinz, wie leid es ihm
thue, dem Wunsche Hermanns, eine Pflegebefohlene im Brünner Nonnenkloster unterzubringen,
nicht entsprechen zu können, der Nonnen seien so viele, dass die Schlafsäle und die sonstigen
Nebenräume nicht ausreichen (Nr. 100). Es war zu erwarten, dass Hermann auf einen hervor-
ragenden Platz in der Hierarchie gelangen würde: In der That wurde er am 16. April 1303
Bischof von Kulm 2) in Preussen.
Von den Bischöfen Böhmens und Mährens handeln 18 Urkunden. In einigen werden
ihre Namen allerdings nur nebenher genannt. In Nr. 30 setzt der Bischof Tobias auf Grund
eines an ihn gerichteten und dem Wortlaut nach mitgetheilten Schreibens Wenzels II. den Kleriker
Nicolaus in Schreckendorf als Pfarrer ein. Für die Kunstgeschichte nicht ohne Interesse ist
Nr. 31. Während nämlich altere und neuere Historiker — von Peter von Zittau und dem
Domherrn Franz angefangen — ziemlich viel von den Verdiensten des Bischofs Tobias um seine
Kirche zu erzählen wissen, vernehmen wir hier zum ersten Male davon, dass er allen denen einen
Ablass ertheilt, die zur Herstellung des dem Einsturz nahen Chores der Prager Kirche einen
Beitrag leisten. Sein Nachfolger Gregor von Hasenburg erscheint in Nr. 25 noch als Domherr,
als Bischof in Nr. 45, 90 u. 103; das letztgenannte Stück zeigt, dass er sich in den ersten Zeiten
seines Amtes in schweren Geldnöthen befand. Im Jahre 1281 folgte dem staatsklugen Bischof
Bruno von Olmütz, dem vornehmsten Colonisator und Germanisator im nördlichen Mähren und
Schlesien, der Bischof Theoderich. Nicht weniger als neun Nummern beschäftigen sich mit seiner
Person; die Mehrzahl von ihnen enthält die Genehmigung der von seinen Ministerialen auf ihr
Lehen geliehenen Geldsummen oder des Verkaufes von Lehen der Olmützer Kirche.
Wegen der Versorgung Johanns des Propstes von Wissehrad werden die vornehmsten
Klöster des Landes in Mitleidenschaft gezogen. Sie alle hatten den süssen Trost, dass ihnen
der Propst entweder schon jetzt bei dem König oder später, wenn er selbst einmal Bischof
geworden sei, viel nützen könne; zu diesen Klöstern gehören das Prämonstratenserstift in Leito-
myschl (Nr. 4), das Nonnenkloster von St. Georg auf dem Prager Schloss (Nr. 22), das Nonnen-
kloster in Chotěschau (Nr. 24), das Kloster Kladrub (Nr. 26), die Klöster Hradisch (Nr. 26, 32)
und Welehrad in Mähren (Nr. 28) ; fast das einzige Königsaal geht als neue Stiftung frei aus.
Dass die Klöster einen starken Zudrang zeigten, lehrt Nr. 100. Auf Nr. 58 wäre besonders
hinzuweisen: Darnach war Kulm ein bedeutender Wallfahrtsort. Der Pfarrer von Kulm fordert
alle seine Amtsgenossen der Umgebung auf, den nächsten Freitag in Procession mit ihren
Gemeinden nach Kulm zu wallfahrten und den Segen des Himmels herabzuwünschen, auf dass in
der jetzigen Zeit der Ernte die fortwährenden Regengüsse endlich aufhören und nicht die Gefahr
einer Hungersnoth entstehe.
Unter den Adeligen Böhmens begegnen wir zunächst jenen, die als Hof- oder Landes-
beamte bedienstet sind. Ausser dem Kämmerer, Burggrafen von Magdeburg, treten uns entgegen
der Burggraf Tobias von Bechin, Marschalk in Böhmen (Nr. 36, 41, 43, 71), Heinmann von Duba
1) Ueber diese Dinge ist bisher nicht das Mindeste bekannt gewesen.
2) Post hoc prefatus
bruder Hermann pontificatus
Suscepit culmen,
cui nomen denique Culmen —
et ibi cum pace resedit
Se Prussia dedit
sibi confratres et amicos.
Inter canonicos
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