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- s. 29: … biographischen Daten über Heinrich von Isernia aus dem Formelbuche der Wiener Hofbibliothek N. Cod. 3143, dessen Zusammenstellung er ihm zuschreibt, entlehnt und…
- s. 30: … im Ganzen ge- nommen wie Dolliner nach dem Codex der Wiener Hofbibliothek N. 3143 schildert, nur dass Jireček alles gänzlich erschöpft, was…
- s. 54: … dem schon oben erwähnten Codex N. 3143 der k. k. Wiener Hofbibliothek enthalten. Die Handschrift, welche der zweiten Hälfte des XIV. Jahrhunderts…
Název:
Die Kanzlei der böhmischen Könige Přemysl Ottokars II. und Wenzels II. und die aus derselben hervorgegangenen Formelbücher
Autor:
Emler, Josef
Rok vydání:
1878
Místo vydání:
Praha
Česká národní bibliografie:
Počet stran celkem:
63
Obsah:
- 1: Titel
- 3: Edice
Strana 54
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rathe polnischer Urkunden Wenzels II., von denen mehrere noch dazu den Namen des Datars
nicht haben, unmöglich, diese Erscheinung gehörig zu erklären, so dass wir uns begnügen
müssen darauf hinzuweisen, dass die Urkunden, die von dem Protonotar oder dem Kanzler von
Krakau beglaubigt erscheinen, der König bei seiner Anwesenheit in Polen, jene aber, welche
von dem böhmischen oder mährischen Protonotar datirt sind, in Böhmen ausgestellt hat.
Mit anderen Notariatswürden, die zur Zeit Wenzels II. vorkommen, wollen wir uns
nicht an diesem Orte beschäftigen, da sie mit der Hofkanzlei in keiner näheren Verbindung
standen und das Urkundenwesen in keiner Weise tangiren.
III. Die aus der Kanzlei Přemysl Ottokars II. und Wenzels II. hervor-
gegangenen Formelbücher.
Die vortrefflichen Arbeiten, die wir über die Formelbücher von Palacký, Wattenbach
und Rockinger besitzen,1) überheben uns der Arbeit über das Wesen derselben einge-
hender zu handeln und gestatten uns bloss die Thatsache zu constatiren, dass uns
keine Formelsammlungen bekannt sind, die in Böhmen vor Přemysl Ottokar II. angelegt
worden wären. Erst zur Zeit dieses Königs fand das Beispiel, welches in dieser Rich-
tung Peter von Vineis und andere Dictatoren Italiens und des Westens gegeben haben,
auch in Böhmen Nachahmung. Die Arbeiten eines italienischen Magisters Namens Heinrich,
der in der Hofkanzlei Ottokars II. als Protonotar thätig war, waren in dieser Beziehung
bahnbrechend. Unter Zugrundelegung des eigenen sowie des aus Italien mitgebrachten Ma-
terials, hauptsächlich aber mit Benützung des in der königlichen böhmischen Hofkanzlei vor-
handenen Stoffes hat er einen Briefsteller und ein Formelbuch angelegt, von denen das
letztere schon nach wenigen Jahren wiederholt umgearbeitet wurde. Die Formelbücher, die
auf diese Weise der Zeit Premysl Ottokars II. und Wenzels II. ihre Entstehung verdanken
und die sich in verschiedenen Handschriften entweder ganz oder wenigstens theilweise bis
auf unsere Tage erhalten haben, sind folgende:
1. Liber formularum Heinrici de Isernia. Dieses Formelbuch ist in dem schon oben
erwähnten Codex N. 3143 der k. k. Wiener Hofbibliothek enthalten. Die Handschrift, welche
der zweiten Hälfte des XIV. Jahrhunderts angehört, hat Dolliner beschrieben, so dass wir
uns bloss zu bemerken veranlasst fühlen, dass unser Formelbuch ein Briefsteller ist, in wel-
chem 249 Formeln enthalten sind, die in dem Codex die Blätter 40—149 und 167—203 ein-
nehmen. Was den Inhalt dieser Briefformeln anbelangt, so sind viele derselben sicher nur
blosse stilistische Uibungen, die sich durch ungewöhnlich bombastische Redewendungen aus-
1)
Palacký: Uiber Formelbücher, zunächst in Bezug auf böhmische Geschichte. Abhandlungen der k.
böhm. Gesellschaft der Wissenschaften. V. Folge. 2. Bd. S. 219—368 und 5. Bd. S. 1—216. — Watten-
bach: Iter Austriacum. Archiv für Kunde öst. Geschichtsquellen. XIV. Bd. S. 1—94. — Rockinger:
1. Uiber Formelbücher vom XIII. bis zum XVI. Jahrhundert als rechtsgeschichtliche Quellen. 2. Brief-
steller und Formelbücher des eilften bis vierzehnten Jahrhunderts. Quellen und Erörterungen zur bayer.
und deut. Gesch. IX. Bd.