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- s. 29: … biographischen Daten über Heinrich von Isernia aus dem Formelbuche der Wiener Hofbibliothek N. Cod. 3143, dessen Zusammenstellung er ihm zuschreibt, entlehnt und…
- s. 30: … im Ganzen ge- nommen wie Dolliner nach dem Codex der Wiener Hofbibliothek N. 3143 schildert, nur dass Jireček alles gänzlich erschöpft, was…
- s. 54: … dem schon oben erwähnten Codex N. 3143 der k. k. Wiener Hofbibliothek enthalten. Die Handschrift, welche der zweiten Hälfte des XIV. Jahrhunderts…
Název:
Die Kanzlei der böhmischen Könige Přemysl Ottokars II. und Wenzels II. und die aus derselben hervorgegangenen Formelbücher
Autor:
Emler, Josef
Rok vydání:
1878
Místo vydání:
Praha
Česká národní bibliografie:
Počet stran celkem:
63
Obsah:
- 1: Titel
- 3: Edice
Strana 30
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von Böhmen und Mähren das Quellenmaterial vollständiger als je zuvor vorliegt und man
auf bedeutendere Bereicherung desselben kaum rechnen darf, so wollen wir es versuchen die
Frage endgiltig zu entscheiden.
In Originalurkunden geschieht weder von Heinrich dem Italiener noch von Heinrich dem
Isernier eine Erwähnung; diese kennen nur im J. 1273 einen Notar Heinrich und seit dem
Jahre 1274 einen gleichnamigen Protonotar, dessen Schicksale wir oben erzählt haben.
Der Name Heinricus Italicus kommt in der Handschrift der Prager Capitelbibliothek
K, XXXIII und in einem Codex des Königsberger Staatsarchivs, die Formelsammlungen aus
der Zeit Ottokars II. und Wenzels II. fast desselben Inhalts enthalten. In beiden diesen
Handschriften kommt dieser Name in einer Formel einer Schenkungsurkunde eines böhmischen
Königs vor, welcher seinem geliebten Notar H. Italicus das Bernanotariat der Prager und
Kaurzimer Provinz verleiht und ihm gestattet, da dessen Anwesenheit beim Hofe nothwendig
sei, 1) statt seiner einen vicarius zu bestellen. In der Capitelhandschrift findet man überdies
am Ende der Formelsammlung die Bemerkung: „Expliciunt instrumenta H. ytalici.“ Diese
Daten zusammengefasst berechtigen zu dem Schlusse, dass am Hofe des böhm. Königs Otto-
kar ein Italiener Namens Heinrich beschäftigt war, der eine Formelsammlung zusammenstellte,
deren Kern sich in dem Prager Capitel- und dem Königsberger Archivcodex erhalten hat.
Weiter kommt der Name Heinricus Italicus in dem Formelbuche des Zdeněk von
Třebič (Zdenko de Tribecz), und zwar zweimal im Texte aber häufiger in der Datirungszeile vor.
Protonotars emporstieg und wahrscheinlich zugleich mit derselben die Pfarre in Gors übertragen be-
kam. Lorenz meint weiter, dass dieser Heinricus Italicus schon dem Könige Wenzel I. treue Dienste
geleistet habe und dass er bis zum Jahre 1287 als Notar am Hofe geblieben ist. In Betreff Hein-
richs des Iserniers fallt die Darstellung des Professor Lorenz mit jener des Dolliner zusammen, nur
präcisirt er seine Meinung über dessen Stellung in Böhmen in der Weise, dass er nach Uiberwindung
grosser Schwierigkeiten und durch Verwendung einflussreicher Personen ein Notariat erhalten hat, aber
nicht am Hofe, d. i. dass er unmittelbar in ausserordentlichen oder Privatdiensten des Königs stand,
aber kein Mitglied der Kanzlei war.
Am meisten erschöpfend behandelte die Lebensschicksale der hier erwähnten Personen Herm.
Jireček. (Dva Vlachové v Čechách. [Zwei Italiener in Böhmen]; Časopis Musea král. Českého XLIV,
130—153). Auch er hält die Zweiheit der Personen aufrecht, lässt Heinrich den Italiener schon unter
Wenzel I. in böhmische Dienste treten, im J. 1270 zum Protonotar des Königreichs Böhmen avanciren
und Pfarrer von Gors werden. Aus diesem muss man den Schluss ziehen, dass Jireček den Heinricus
Italicus mit dem Protonotar Mag. Heinrich für eine Person ansieht. Jireček führt weiter aus, wie er
nach und nach die Domherrenstellen in Wyšehrad, Olmütz und Prag erlangte und bis zum Tode Pre-
mysl Ottokars II. die böhm. Kanzlei leitete. Er berührt die Gefangennehmung desselben nach Přemysls
Tode, seinen vermeinten Eintritt in den Dienst des neuen Königs (1279), in dem er bis zum J. 1290
verblieb, nachdem er entweder nach dem Tode des Záwis oder vielleicht bald nach der Gefangen-
nehmung desselben zum Vicekanzler von Böhmen erhoben ward und für seine treuen Dienste das
Dorf Holubic als Belohnung erhalten hatte. Bald darauf sei Heinricus Italicus gestorben. Von diesem
Namen unterscheidet Jireček genau den Heinricus ab Isernia, dessen Schicksale er im Ganzen ge-
nommen wie Dolliner nach dem Codex der Wiener Hofbibliothek N. 3143 schildert, nur dass Jireček
alles gänzlich erschöpft, was zu seinem Zwecke in der genannten Handschrift brauchbar war.
Reg. Boh. II, N. 2629. — Der Name des Königs ist in der Prager Handschrift mit G. in der Königs.
berger Handschrift mit W. angedeutet. Aus der weiteren Darstellung wird man erkennen, dass man
darunter den König Ottokar II. verstehen muss. — Der Name Heinricus ist nicht ausgeschrieben,
sondern nur durch den Anfangsbuchstaben H. angedeutet.