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Název:
Die Kanzlei der böhmischen Könige Přemysl Ottokars II. und Wenzels II. und die aus derselben hervorgegangenen Formelbücher
Autor:
Emler, Josef
Rok vydání:
1878
Místo vydání:
Praha
Česká národní bibliografie:
Počet stran celkem:
63
Obsah:
- 1: Titel
- 3: Edice
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und drei Jahre später wird seiner als eines Verstorbenen gedacht (Sept. 1240). In der Kanzlei
scheint er wenig Verwendung gesucht zu haben, da er in königlichen Urkunden häufiger als
Zeuge, wie als Datar vorkommt. Doch ist die Zeit seiner Amtswaltung in doppelter Bezie-
hung wichtig : einmal wurde das Hofkanzleramt mit dem Wyšehrader Praepositur für immer
verbunden, und zweitens ging nach und nach die faktische Leitung der Kanzleigeschäfte an
einen der Schreiber über. Dass die Verwandtschaftsverhältnisse des damaligen Probstes mit
dem Könige dabei nicht ohne Einfluss geblieben sind, lässt sich mit grösster Wahrscheinlich-
keit denken. Die Kanzlerwürde war seit dieser Zeit mehr ein Titel und eine Einnahmsquelle;
die Kanzleigeschäfte besorgte jedoch einer der Schreiber, der anfangs nur notarius, später
bald notarius bald protonotarius und schliesslich in der Regel nur protonotarius genannt
wird. Die Protonotare wurden dann die wahren Leiter der k. Kanzlei. Ausnahmen von dieser
Regel finden in einigen Fällen nur dann statt, wenn ein Protonotar zum Wyšehrader Probste
und dadurch auch zum königl. Kanzler befördert wurde, in welchem Falle er in gleicher
Weise wie vor seiner Beförderung die Geschäfte wenigstens noch eine Zeit fortzuführen
pflegte. Kanzler, welche die Kanzleigeschäfte vor ihrer Erhebung zu Pröbsten von Wyšehrad
nicht versahen, erscheinen in den Urkunden als Datare äusserst selten und zwar gewöhnlich
nur in Schriftstücken, die in Prag oder bei besonderen Gelegenheiten ausgestellt wurden,
gewissermassen zur Erinnerung an die ehemalige faktische Thätigkeit der Wysehrader Pröbste
als Hofkanzler.
Die hier allgemein angedeuteten Verhältnisse der böhm. Hofkanzlei kann man nach-
weisen in den letzten Jahren der Regierung Premysl Ottokars I., seines Sohnes Wenzels I., sowie
seiner nächsten Nachfolger.
Während des Cancellariats Arnolds blieb der obenerwähnte Hermann, der nach
Benedikts Tode Probst von Leitmeritz wurde, wahrscheinlich bis zum Tode Premyl Ottokars I.
als notarius curiae die leitende Persönlichkeit in der Hofkanzlei, obgleich auch der Kanzler
Arnold nicht selten die Urkunden ausfertigt. Hermann war auch Domherr der Prager Kirche,
Capellan des Königs, der ihm den Besitz der Capelle Sti. Bartholomäi in der Prager Burg
übertragen hat, und starb hochbejahrt erst am 3. März 1254.1)
Am Anfange der Regierung Wenzels I. (28. Dec. 1230) kommt der Prager Archidiacon
Hippolitus als Datar vor 2), der in einer Privaturkunde wol per abusum Cancellarius regis
titulirt wird. 3) — Im Jahre 1232 erscheint der Leitmeritzer Domherr und königl. Capellan Jo-
hannes als königl. Notar, 4) der sich jedoch bloss bis zum Jahre 1234 in dieser Würde be-
hauptete. 5) Neben ihm finden wir schon im Anfange des Jahres 1233 als Mitgenossen des Hof-
notariats Wilhelm erwähnt, 6) welcher im nächsten Jahre (1234) ganz in den Vordergrund
tritt und bis zum September des Jahres 1240 allein in königl. Urkunden als Notar und sehr
häufig als Datar genannt wird. Eine Ausnahme macht die am 23. März 1238 für Chotieschau
1) Fontes rer. Boh. II, 292.
2)
Reg. Boh. I, N. 764.
Daselbst I, N. 814.
*)
Daselbst I, N. 776, 777.
5)
Daselbst I, N. 776, 777, 785, 792, 800, 813, 828, 842, 889.
5) Daselbst I, N. 800, 829—1002.
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