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- s. 24: … wird Wladislaw noch einmal Probst von Wyšehrad und Kanzler des Königreichs Böhmen genannt. 4) Im Besitze der Wyšehrader Präpositur blieb Wladislaw bis…
- s. 25: … zu. Der neue Probst von Wyše- hrad und Kanzler des Königreichs Böhmen gab seinen Dienst in der Hofkanzlei nicht auf, im Gegentheil…
- s. 27: … dem Decan an der Spitze, dem Mag. Heinrich, Protonotar des Königreichs Böhmen, Prager und Olmützer Domherrn und Pfarrer zu Gors, ihrem Mitbruder…
- s. 28: … unangenehmen Zwischenfalle behielt Mag. Heinrich den Titel des Protonotars des Königreichs Böhmen; dies erfahren wir aus einer Urkunde des Markgrafen von Brandenburg…
- s. 28: … neuen Schiedsrichtern kommt auch der Wyšehrader Domherr und Protonotar des Königreichs Böhmen Mag. Heinrich vor. 1) Dies ist die letzte Erwähnung von…
- s. 28: … der St. Thomaskirche, welches früher dem Mag. Heinrich, Protonotar des Königreichs Böhmen, gehörte. In dem darüber ausgestellten Schriftstücke heisst es: "domum quondam…
- s. 30: … in böhmische Dienste treten, im J. 1270 zum Protonotar des Königreichs Böhmen avanciren und Pfarrer von Gors werden. Aus diesem muss man…
- s. 37: … herr Mag. Heinrich (im J. 1279) den Titel Protonotar des Königreichs Böhmen fortführen, dass jedoch keine Spur der wirklichen Theilnahme derselben an…
- s. 45: … Jahres als Probst von Wyšehrad und Prag und Kanzler des Königreichs Böhmen eine Urkunde datirt. Der Mangel an Urkunden, die von dem…
- s. 46: … Domherr von Prag, Wyšehrader und Olmütz schreibt. Als Protonotar des Königreichs Böhmen be- glaubigt er allein die Urkunden Wenzels II., ob sie…
- s. 48: … wird. Seit dieser Zeit unterzeichnet Mag. Peter als Protonotar des Königreichs Böhmen alle bis zum 4. Mai 1297 für Böhmen ausgestellten königlichen…
Název:
Die Kanzlei der böhmischen Könige Přemysl Ottokars II. und Wenzels II. und die aus derselben hervorgegangenen Formelbücher
Autor:
Emler, Josef
Rok vydání:
1878
Místo vydání:
Praha
Česká národní bibliografie:
Počet stran celkem:
63
Obsah:
- 1: Titel
- 3: Edice
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aufbewahrt zu werden pflegten. 1) Dass die aus der königl. Kanzlei an die Parteien aus-
gefolgten Urkunden in ein Register eingetragen wurden, geht aus der Formel (Regesta Bo-
hemiae II, N. 1182) hervor, wo wir lesen: „Ceterum quia dictum arbitrium, — in registro
curie est notatum, — mandamus corrigentes, quod dictus dominus P. Wissegrad. prepo-
situs una cum d. C. decano totoque capitulo — d. Ottonem inclitum marchionem Branden-
burg. tutorem d. Wenceslai — adeant, et suppliciter postulent, ut dicti arbitrii — trans-
scriptum in registro contentum per cassatorias lineas, ut moris est, debeat facere annullari."
Leider sind die Nachrichten über das untergeordnetere Kanzleipersonale jener Zeit sehr
spärlich. In der feierlichen Privilegienbestätigung für das Prager St. Georgskloster wird am
30. Jän. 1262 der Schreiber Emmeramus (Emmerami scriptoris), im J. 1269 die notarii curiae
Lambert und Philipp und im J. 1273 der notarius aulae Johannes angeführt. Dieser kommt
in einer Urkunde des Klosters Saar als Datar vor; wir erklären uns diese Unregelmässig-
keit durch den Umstand, dass das Schriftstück beim Beginn des Feldzuges gegen die Ungarn
ausgestellt wurde, und dass, wie es scheint, der Kanzler nicht zugegen war.
Neben dem Hofkanzleipersonale gab es auch eine ganze Reihe anderer Notare, die
vom Könige eine mehr oder weniger abhängige Stellung hatten. Vor allem sind zu nennen
die Landschreiber (notarii terrae), die das Schriftwesen bei dem Landrechte leiteten. In
Böhmen waren es zur Zeit Ottokars II. Prisnobor (1257), Wenzel (1264) und in den letzten
Jahren der Regierung Přemysl Ottokars II. wahrscheinlich Welislaw, der jedoch als Land-
schreiber erst im J. 1279 genannt wird. In den öster. Ländern ist vorzüglich hervorzuheben
Witego, scriba Stiriae, dann als scriba Anasi bekannt, der schon in Diensten Friedrichs II, Herzogs
von Oesterreich, stand und im J. 1256 im Refectorium des Klosters St. Florian von Ortolf
von Volchenstorf ermordet wurde. In der Hofkanzlei war er jedoch sicher nicht bedienstet.
In derselben Eigenschaft kommt nach Witego Heinrich von Hag in den J. 1257—1272 und
neben ihm mit dem Jahre 1264 Konrad, Pfarrer zu Hartberg. In Mähren begegnen uns in
dieser Zeit Notare bei den Kreisgerichten oder Czuden. Uiberdies gab es not. camerae
monetae, bernae, steurae, proscriptorum und sogar Küchenschreiber, welche alle natürlich
mit der Hofkanzlei in keiner Verbindung standen.
Bevor wir zur Darstellung des böhmischen Kanzleiwesens unter Wenzel II. über-
gehen, sei nur noch bemerkt, dass sich unser Wissen über diesen Gegenstand in der Vor-
mundschaftsperiode des Markgrafen Otto von Brandenburg blos auf die Thatsache beschränkt,
dass der Wysehrader Probst Peter den Titel Kanzler von Böhmen und der Wyšehrader Dom-
herr Mag. Heinrich (im J. 1279) den Titel Protonotar des Königreichs Böhmen fortführen, dass
jedoch keine Spur der wirklichen Theilnahme derselben an den Kanzleigeschäften vorhan-
den sind. Nur Mag. Peter datirt am 9. Okt. 1287 eine Urkunde der Königin Kunigunde für
Einen höchst interessanten Beitrag zur Kenutniss dieser Verhältnisse finden wir in einer Formel des
Prager Capitel- und des Königsberger Codex, wo es heisst: quod arbitrium — — vel sententia — —
in pluribus cartis scriptum vel scripta fuerit — — et per diversas ecclesias atque loca depositum vel
deposita — — landamus, quod omnes ille carte predicte in conspectu omnium nostrum in capitulo
Wissegradensi per prefatum dominum Wissegrad. prepositum ferantur coram nobis, ibidem cum sigilla
appensa fuerint in eis, insimul laniande, ita quod deinceps ipsius arbitrii — memoria non subsistat.
(Reg. Boh. II, N. 1182.)