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Název:
Die Kanzlei der böhmischen Könige Přemysl Ottokars II. und Wenzels II. und die aus derselben hervorgegangenen Formelbücher
Autor:
Emler, Josef
Rok vydání:
1878
Místo vydání:
Praha
Česká národní bibliografie:
Počet stran celkem:
63
Obsah:
- 1: Titel
- 3: Edice
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1306 aufgezählt werden, vergleichen, so drängt sich uns die Uiberzeugung auf, dass diese
Personen identisch sind. Beide haben die Magisterwürde, beide drei gleiche Domherren-
stellen, beide bekleiden dasselbe Amt. Es müsste wahrlich ein ungewöhnlicher Zufall ob-
walten, wenn unmittelbar auf einander zwei Persönlichkeiten desselben Namens in demselben
Amte und in so vielen gleichen Beneficien auf einander folgen würden!
Eine Bulle des Papstes Clemens V. vom 13. Juli 1312 bestätigt Peter, dem gewählten
Bischof von Olmütz (electo Olomucensi), einen Brief des Prager Bischofs Thobias vom J. 1287,1)
in welchem ihm dieser eine Präbende in Sadská zutheilt und ihm überdies bezeugt, dass er
aus legitimer Ehe entsprossen, indem ihn sein Vater Angelus de Pontecurvo mit Petruša
erzeugt hat, bevor er eine Domherrnstelle und Präbende bei der Prager Kirche und den
Grad eines Subdiacons erlangt hatte. Der Olmützer Bischof Peter war also ein Sohn des
Angelus von Pontecurvo.
Dies alles zusammengefasst führt uns zu der Erkenntniss, dass der Domherr von
Sadská, Petrus Angeli, identisch ist mit dem Protonotar Peter, der dieses Amt seit dem Jahre
1289 bekleidete, dann Wyšehrader, Prager, Breslauer, Krakauer, Leitmeritzer, Bunzlauer und
Olmützer Domherr, 1296 Brünner, 1305 Prager, 1306 wenigstens dem Titel nach auch Wy-
sehrader Probst und Kanzler von Böhmen und im J. 1311 Bischof von Olmütz wurde. Er
war also eine andere Person als Peter von Aspelt und stammte auch nicht, wie man bisher
fast allgemein angenommen hat, aus der Familie der Herren von Lomnitz.
b) Peter von Aspelt hatte die böhmische Kanzlerwürde in den Jahren 1297—1306
inne, wie sich aus zahlreichen böhmischen und Basler Urkunden nachweisen lässt. In der-
selben Zeit wird aber auch ein gleichnamiger Protonotar genannt, der im J. 1298 als Bunz-
lauer Domherr 2) und im Jahre 1305 und im Anfange des Jahres 1306 als Prager Probst
häufig vorkömmt, so dass sich durch die ganze Zeit (1297—1306) zwei Personen, die einen
gleichen Namen tragen, die eine als Protonotar, die andere als Kanzler in der böhmischen
Hofkanzlei nachweisen lassen.
c) Dass der Kanzler Mag. Peter von Aspelt mit dem gleichnamigen in den Jahren
1289—1295 genannten Protonotar von Böhmen nicht identisch ist, wird übrigens auch durch
nachfolgende Wahrnehmung unterstützt. In den zahlreichen Urkunden, die der Protonotar
Peter in den eben erwähnten Jahren beglaubigt, wird nie der Titel desselben als Probst von
Trier oder Bingen beigesetzt, aber häufig die Domherrnwürde der Wyšehrader, Prager und
Breslauer Kirche. Als aber Protonotar Peter Probst bei St. Peter in Brünn wurde, hat er
sich nur des letzteren Titels bedient, die niederen Domherrnwürden hingegen nicht mehr
beigefügt. Es ist jedoch nicht wahrscheinlich, dass sich der Protonotar in früheren Jahren
mit dem niederen Titel eines Canonicus begnügt hätte, wenn er Probst in Trier und Bingen
gewesen wäre, besonders wenn wir nicht unbeachtet lassen, wie genau er die eine Domherrn-
stelle neben der andern setzt, wenn er in die Lage kommt, es thun zu können.
4. Andere Mitglieder der Hofkanzlei Wenzels II. In den Jahren 1303—1305 wird
als Protonotar Wenzels II. Mag. Johannes von Schlackenwerth angeführt. Da wir wissen,
1) Cod. dipl. Mor. VI, S. 43.
2) Reg. Boh. II, N. 1795.