z 46 stránek
Titel
Ia
Ib
Praefatio
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Editio
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Index locorum
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Název:
Ein Bernaregister des Pilsner Kreises vom Jahre 1379
Autor:
Emler, Josef
Rok vydání:
1876
Místo vydání:
Praha
Česká národní bibliografie:
Počet stran celkem:
46
Počet stran předmluvy plus obsahu:
XIV+32
Obsah:
- Ia: Titel
- I: Praefatio
- 1: Editio
- 29: Index locorum
Strana VII
IX
ihm dessen Anwesenheit beim Hofe nützlich wäre, so erlaubt er ihm sich einen Stellvertreter
zu bestellen und befiehlt den Bernakollektoren diesen Vertreter ehrlich zu behandeln und mit
ihm die Berna in der Weise zu erheben, wie es sonst zu geschehen pflegt. 7) Der König Johann
verlieh das Bernanotariat des Bunzlauer Kreises dem jeweiligen Pfarrer zu Bösig, und als
die Pfarre von Karl IV dem Karlshofer Kloster in der Neustadt Prag geschenkt wurde, ging
auch das Notariat an dieses Kloster über. Die Herren von Rosenberg besassen das Amt
eines Bernakollektors des Bechyner Kreises erblich.
Als Grundlage der Bernavorschreibung dienten die bei der letzten Berna verfassten
Register. Zu den bezeichneten Terminen kamen der Adel, die Freibauern und die andern steuer-
pflichtigen Personen in die Bezirksorte, um von ihren Gütern die Berna abzuführen, die sie früher
von ihren Unterthanen gesammelt hatten ; denn, wie wir oben bemerkt haben, waren bloss die
Güter der Unterthanen und der Freibauern (dědinníci) steuerpflichtig, die Güter der Adeligen
und ihrer Dienerschaft waren von der Berna befreit. Desgleichen die Realitäten, die von
einem Elementarunglück betroffen waren oder verlassen standen. Am besten kann man sich
davon überzeugen durch ein Bernaregister des Prager Erzbisthums vom Jahre 1379, wo die
hier berührten Verhältnisse deutlich hervortreten. Da, wie eben bemerkt wurde, zur Grund-
lage der Bernaerhebung die Register von der früheren Berna dienten, so folgt daraus, dass
die seitherigen Besitzveränderungen den Kollektoren angegeben werden mussten; dasselbe
musste wol geschehen, wenn einzelne Bauernhöfe oder andere zinspflichtige Objekte verlassen
worden waren. Eine Übervortheilung der königl. Kammer durch falsche Angaben war nicht
leicht möglich, da die Kollektoren demselben Kreise angehörten, die Besitzverhältnisse gut
kannten und der Besitzer überdies Gefahr lief das steuerpflichtige Objekt zu verlieren, wenn
er es verschwieg. Auch geschah es nicht selten, besonders als in der zweiten Hälfte des
XV. Jahrhunderts die halbjährigen Zinsungen der Unterthanen als Berna auferlegt zu werden
pflegten, dass die Beamten des Adels die Originalregister dieser Zinsungen vorzulegen hatten
und dass man jede falsche Angabe nicht bloss mit dem Verluste des Gutes sondern auch des
Lebens zu strafen drohte. 8)
Über die Höhe der zu leistenden Berna zur Zeit der Regierung Wenzels IV finden
sich folgende Bestimmungen vor: Wenn die letzte Berna von irgend einem Gute summarisch
berichtigt wurde und wenn man sie auf dieselbe Weise zahlen wollte, so sollte man doppelt
so viel geben wie damals (duplicia pacta exigantur); wollte man sich dieser Forderung nicht
unterwerfen, so musste von jedem einzelnen Bauernhofe (laneus) eine halbe Mark Silber in
die königliche Kammer gezahlt werden. — Von jedem grossen Mühlrade waren 32, von jedem
kleinen 16 Groschen abzuführen. — Jeder elocirte Freihof war nach der Anzahl der Huben,
7) Regesta dipl. nec non epistol. Boh. et Moraviæ II, 1149.
8)
Item jakož jsú sě páni, zemané a rytieřstvo i jiní, kdo co na dědinách mají a na zemi i města
svolili KMsti po úroku dáti, to v městech aby provoláno bylo, aby ten úrok konečně o sviečkách
najprv příštích vybrán byl po městech, kdež úřadníci na to usazení sednú, od pana zprávce k ruce
KMsti, aby k nim neseno bylo, a to aby se věrně a pravě bez forteluov dálo, aby každý pán a
zemanín poslal úředníka s sumú peněz a s registry, po kterýchž se jemu úrok vydává a vybírá.
Pakliby kteří panoše úředníkuov neměli, ale sami osobně s svými lidmi přijdúce úrok spravedlivý
aby dali věrně a pravě. Pakli by v tom kdo kterú křivdu učinil a v tom byl shledán, takový bude
k hrdlu i statku kázán KMstí i pány. (Palacký, Arch. č. IV, 420.)