z 46 stránek
Titel
Ia
Ib
Praefatio
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Editio
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Index locorum
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Název:
Ein Bernaregister des Pilsner Kreises vom Jahre 1379
Autor:
Emler, Josef
Rok vydání:
1876
Místo vydání:
Praha
Česká národní bibliografie:
Počet stran celkem:
46
Počet stran předmluvy plus obsahu:
XIV+32
Obsah:
- Ia: Titel
- I: Praefatio
- 1: Editio
- 29: Index locorum
Strana II
IV
dicimus non debere solvi collectam. Um ein halbes Jahr später (18. Juni 1311) wurde den
Ständen von Mähren eine ähnliche Urkunde ausgestellt, in der es heisst: Preterea, vt nostri
subiecti vberioris nostre pietatis senciant beniuolenciam, promittimus, vt nullam sturam vel
exaccionem, que ber wlgariter dicitur, nisi nos vxorem ducere contingeret seu in liberorum
nostrorum, filiorum et filiarum, coniugali copulacione ab eis aliquatenus exigemus . . . .
Pestremo cum sturam, que ber wlgariter dicitur, in casibus superius expressis nec non in
coronacione regis Boemie, in quo casu berna eciam est tollenda, accipere nos contigerit,
nolumus, vt plus quam vnus ferto argenti de laneo requiratur vel aliquatenus exigatur.“ 2)
Eine Vergleichung der in Böhmen zu entrichtenden Berna mit jener in Mähren führt
uns zur Erkenntniss folgender Unterschiede zwischen beiden. In Böhmen war die Berna zu
leisten bei Gelegenheit der Krönung des Königs oder wenn eine Tochter desselben verheiratet
wurde; in Mähren hingegen ausser in diesen zwei Fällen auch wenn der König oder die
Söhne desselben ein Ehebündniss schlossen. Dagegen war die Berna in Böhmen auf mehr
Besitzobjekte ausgedehnt. In Mähren zahlte man von jeder Hube (einem ganzen Bauerngute)
einen Vierding; in Böhmen war von einem gleichen Objekte dieselbe Steuer abzuführen; aber
es war überdies ein jedes Gasthaus, jede Mahlmühle, jeder Handwerker und auch das in Huben
nicht eingetheilte Land bernapflichtig, insofern es dem Adel oder dessen Dienerschaft nicht
gehörte, und zwar hatte jeder Handwerker, jeder Gasthausbesitzer und jede an einem Bache
gelegene Mahlmühle ein Loth Silber an Berna zu zahlen; die an Flüssen gelegenen Mühlen
und die Freihöfe waren mit einem Vierding Silber zur Zeit der Berna zu belasten. Hervor-
zuheben ist noch, dass in Böhmen die Berna nur von zinspflichtigen Objekten zu leisten war,
die Güter jedoch, die die adeligen Besitzer selbst bebauen liessen oder die sie ihren Dienern
für zu leistende Dienste angewiesen hatten, waren von dieser Abgabe frei.
Sowol in der für Böhmen ausgestellten oder vielleicht nur projektirten Urkunde als
auch in dem Privilegium der mährischen Stände erscheint das Recht des Königs dahin be-
schränkt, dass die Berna nur in den angeführten Fällen vorzuschreiben sei; aber trotz
dem wurde sie häufig von den Ständen gefordert und die Könige wussten sich immer die
Zustimmung derselben zu verschaffen, und die bei derartigen Gelegenheiten ausgestellten
Reverse, mit ähnlichen Forderungen an die Stände nicht heranzutreten, blieben nur so lange
in Kraft, als es eben die finanzielle Lage erlaubte. Dies war vorzüglich der Fall zur Zeit
der Regierung des Königs Johann und selbst Karls IV. 3)
2) Cod. dipl. Moraviæ VI, 37.
3)
In dem zur Zeit Georgs von Poděbrad angelegten Verzeichnisse der in der Burg Karlstein befindlichen
Privilegien findet man 3 solche Reverse angeführt, der eine ist vom J. 1323, der zweite vom J. 1325
und der dritte vom J. 1338; den letzten hat der König Johann gemeinschaftlich mit seinem Sohne
Karl ausgestellt. (Palacký, Arch. český V, 362.) Überdiess wurde im J. 1331 vom Könige Johann
ein Revers ähnlichen Inhalts ausgestellt (Cod. dipl. Mor. VI, 395), der zur Zeit Georg's von
Poděbrad unter den königl. Privilegien nicht mehr vorhanden war, und für Mähren wurden ähnliche
Schriftstücke in den Jahren 1323, 1327 und 1339 vom Könige ausgefolgt (Cod. dipl. Mor. VI, 175,
251; VII, 175). — Dass übrigens auch unter Karl IV das Land häufig in Anspruch genommen wurde,
das bezeugen folgende Worte des Štítný: „Berně pak slove obecná pomoc králi. Té sú byli najprv
páni dobrým úmyslem pro obecné dobré povolili a v pravdě v tak pilnú potřebu královu k zem-
skému dobrému správně jie mají povoliti. . . . Strach mně za krále, že přieliš často ji béře a
snad viece chtě skúpiti země okolnie svým dětem než pro obecné dobro . . .“