z 186 stránek
Titel
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Register
I
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IX
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XI
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XIII
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XV
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XVII
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XIX
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XXX
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XXXII
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Einleitung
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Formelbuch Königin Kunigunde
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Formelbücher in Wien
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Formelbuch Stiftes Osek
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245
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Formelbuch Stiftes Wilhering
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Formelbüchern in Wittingau
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Edition-Formelbuch Kunigunde
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Aus den übrigen Formelbüchern
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Název:
Ueber Formelbücher zunächst in Bezug auf böhmische Geschichte. Nebst Beilagen. Ein Quellenbeitrag zur Geschichte Böhmens und der Nachbarländer im XIII, XIV und XV Jahrhundert (vol. I)
Autor:
Palacký, František
Rok vydání:
1842
Místo vydání:
Praha
Česká národní bibliografie:
Počet stran celkem:
186
Obsah:
- Ia: Titel
- I: Register
- 219: Einleitung
- 225: Formelbuch Königin Kunigunde
- 235: Formelbücher in Wien
- 238: Formelbuch Stiftes Osek
- 247: Formelbuch Stiftes Wilhering
- 253: Formelbüchern in Wittingau
- 263: Edition-Formelbuch Kunigunde
- 318: Aus den übrigen Formelbüchern
Strana 222
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Palacky, über Formelbücher:
die Folge gehabt, dass man in Deutschland bei dem Namen »Formeln« immer zunächst nur
an die juridischen zu denken gewohnt ist.
Der Gebrauch von Formelbüchern ist in Europa fast eben so alt, wie von Regesten
und Urkundenbüchern; denn die Abfassung der ältesten, von Markulf (Marculfi monachi for-
mularum libri duo) wird schon in’s VII Jahrhundert gesetzt. Von denjenigen, welche in die
böhmische Geschichte einschlagen, sind die von Bern. Pez und Phil. Hueber im Codex diplo-
matico-historico-epistolaris (Augustae Vind. 1729, fol.) auf Seite 286—297 aus einer Hand-
schrift von St. Emeran in Regensburg edirten Briefe an König Wratislaw († 1092) die ältesten,—
wenn man nämlich die Sammlung der zum Theil falschen Urkunden und Briefe, welche meist
das Erzbisthum Lorch betreffen, und aus einem Codex des Stiftes Reichersberg zuerst von
Christoph Gewold im J. 1611 edirt worden sind, nicht hieher rechnen will. Doch sind
Werke dieser Art noch überall selten, bis zur Mitte des XIII Jahrh. herab, d. i. bis auf die
Zeit des Petrus de Vinea, des berühmtesten Meisters in der Ars dictaminis, dessen für
Kaiser Friedrich II verfasste Briefe und Aufsätze als Muster allenthalben hochgeschätzt und
nachgeahmt wurden. Auch in Böhmen fand sich ums J. 1271 zuerst ein M. Bohuslaw durch
sein Beispiel veranlasst, Musterbriefe zumeist aus der Kanzlei der schönen Königin Kunigunde
zu sammeln *); auf ihn folgte der Neapolitaner M. Henricus de Isernia, einer der Notare am
Hofe K. Otakars II, mit den von Dolliner edirten **) Briefen dieses Königs. Bald darauf,
noch vor dem Schlusse des XIII Jahrh., traten noch zwei bedeutende Compilationen von
Urkundenformeln der königl. Hofkanzlei in Böhmen, die eine von Henricus Italicus, die
andere von Zdenèk von Trebič (ums J. 1292) an's Licht. Im Auslande, z. B. in Rom, wurden
von dem M. Berardus de Neapoli und Marino da Eboli Formelbücher angelegt, welche für
unsere Geschichte vorzüglichen Werth haben, — der von Cenni, Lambacher, Gerbert und
Bodmann edirten Rudolfini'schen Formeln nicht zu gedenken.
Im Laufe des XIV Jahrhunderts mehrt sich die Zahl der Formelbücher so sehr, dass
wir sie nicht mehr einzeln aufzählen können, zumal sie bis jetzt meist unbekannt und un-
beachtet in den Bibliotheken liegen. So besitzt z. B. das in jeder Hinsicht unschätzbare
fürstl. Schwarzenberg’sche, einst Rosenberg'sche Archiv in Wittingau, allein fünf Handschriften
dieses Inhalts aus der Zeit vor dem Hussitenkriege, welche bisher noch gar nicht für die
Geschichte benützt worden sind. Die Prager Universitätsbibliothek zählt deren an sechs,
wovon nur einige unseren Historikern Balbin und Pelzel bekannt waren. Was das Prager
Domcapitel diesfalls besitzt, ist noch überhaupt unbekannt, obgleich es nach allen uns zu-
gekommenen Nachrichten sehr bedeutend zu seyn scheint ***).
Mit dem XV Jahrh. hört der Gebrauch von historischen Formelbüchern nach und
nach auf. Die »Cancellaria regis Georgii« (in der fürstl. Lobkowitz'schen Bibliothek zu Prag)
*) Siehe unten das Formelbuch der Königin Kunigunde.
**) Codex epistolaris Primislai Ottocari II Bohemiae regis, ed. Thomas Dolliner. Viennae 1803, 4.
***) Erst bei der Drucklegung dieser Lieferung sind uns auch diese Handschriften zugänglich geworden, und
wir werden daraus in einer nachfolgenden Lieferung werthvolle Beiträge auch für die deutsche Reichs-
geschichte unter K. Karl IV und K. Wenzel mitheilen.