z 124 stránek
Titul
I
II
Vorwort
III
IV
Notizen
V
VI
VII
VIII
IX
X
XI
XII
Edice
1
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Privilegien
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Nachträge
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Index
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112
- s. VII: … am 25. Juli 1656, und wurde in der Kirche zu St. Jakob begraben (Fol. 55 des Codex). **) Dafür spricht der Umstand,…
- s. VIII: … und unternahm in deren Gesellschaft häufig Ausflüge; ein Pfarrer von St. Jakob schenkte ihm einst einen Ring. Seine Frömmigkeit hatte aber nichts…
- s. 107: … Britnn 38. Keller Bartl, Ratsherr 1. Kellner Andreas, Pfarrer bei St. Jakob 24, 25. Reluw Kafpar, Ratsherr 4. KHoll Andreas, Bürger in…
Název:
Rathsherrn und Apothekers Georg Ludwig Chronik von Brünn (1555-1604)
Autor:
Chlumecky, Peter
Rok vydání:
1859
Místo vydání:
Brünn
Česká národní bibliografie:
Počet stran celkem:
124
Počet stran předmluvy plus obsahu:
XII+112
Obsah:
- I: Titul
- III: Vorwort
- V: Notizen
- 1: Edice
- 6: Privilegien
- 101: Nachträge
- 104: Index
Strana VIII
VIII
seinen Aufzeichnungen Spuren von Humor, welcher in der derben Ausdrucks.
weise seiner Zeit noch drastischer wirkt.
Er macht nicht viel Worte, aber seine Urtheile sind scharf und richtig.
Ludwig war ein guter Katholik, ein treuer Anhänger der römischen Kirche,
er hatte Umgang mit Priestern, und unternahm in deren Gesellschaft häufig
Ausflüge; ein Pfarrer von St. Jakob schenkte ihm einst einen Ring. Seine
Frömmigkeit hatte aber nichts kopfhängerisches, nichts von einem Zeloten, er
war milde und versöhnlich in der Beurtheilung des Irrthums der Andersglau-
benden; es war doch immer der Nebenmensch, der Bruder, der nur in einem
Wahnglauben lebte. Er scheint die Jesuiten nicht sehr geliebt zu haben, er
beurtheilte sie nur einmal, und da nicht günstig.
Obwohl Ludwig über seine Wirksamkeit bescheiden schweigt, so glauben
wir, daß er es war, welcher von Cardinal von Dietrichstein die Erlaubniß
erwirkte, daß die Protestanten in einem abgesonderten Friedhof in Brünn
begraben werden durften, (10. 1604.)
Er erhob sich in seinen Beobachtungen nicht über den Kreis, in wel-
chem er lebte, er kümmerte sich nicht um die Weltereignisse, aber das, was
in seiner Umgebung geschah, kannte er genau, durch und durch. Ludwig
hatte keine großen Reisen gemacht. Die Reise nach Eger war die längste.
Einmal mar er in Wien, um dort Salniter zu verkaufen; sonst machte er
einzelne Ausflüge nur in Mähren. Kein Wunder, daß er in einer Zeit,
in welcher weder starker Fremdenverkehr noch Tagesblätter vorhanden waren,
das Auge über die Ringmauer und die Angelegeheiten seiner Vaterstadt
uur dann erhob, wenn er von einem Siege oder einer Niederlage der Kai-
serlichen im Türkenfriege, welche für Mähren, der Nähe des Kriegsschau-
platzes halber, von größter Wichtigkeit waren, zu erzählen weiß. Dieser Ein-
fachheit und Beschränktheit dankt aber die vaterländische Geschichte die
Existenz einer der vorzüglichsten Städte-Chroniken Mährens, und die Stadt
Brünn, die so arm an Geschichtsschreibern ist, ein werthvolles Denkmal
ihres Cultur- Lebens im XVII. Jahrhunderte.
Die Charakteristik Ludwigs zeigt, daß er vorzugsweise befähigt war,
eine Chronik zu schreiben. Wir haben nicht versäumt, dort, wo uns Urkun-
den zu Gebote standen, die von ihm gemachten Angaben mit diesen zu ver-
gleichen und zu prüfen. Wir konnten keine unwahre Darstellung, kein irriges
Datum entdecken. Nur einmal läßt er den Haugwitz zum Landeshauptmann
statt zum Oberstlandrichter ernennen, doch es war, wie offen da liegt, ein lapsus
calami. — Wenn jene Eigenschaften Ludwigs den Chronisten jederzeit zur
Zierde gereichen, und seinen Arbeiten besonderen Werth geben würden, so
müssen wir uns Glück wünschen, daß Ludwig gerade in einer Epoche lebte,
welche an sich einen besondern Reiz hat und für deren Schilderung in
mitten erbitterter Kämpfe die Ruhe und Unbefangenheit des Erzählers