z 124 stránek
Titul
I
II
Vorwort
III
IV
Notizen
V
VI
VII
VIII
IX
X
XI
XII
Edice
1
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Privilegien
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Nachträge
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Index
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- s. VII: … am 25. Juli 1656, und wurde in der Kirche zu St. Jakob begraben (Fol. 55 des Codex). **) Dafür spricht der Umstand,…
- s. VIII: … und unternahm in deren Gesellschaft häufig Ausflüge; ein Pfarrer von St. Jakob schenkte ihm einst einen Ring. Seine Frömmigkeit hatte aber nichts…
- s. 107: … Britnn 38. Keller Bartl, Ratsherr 1. Kellner Andreas, Pfarrer bei St. Jakob 24, 25. Reluw Kafpar, Ratsherr 4. KHoll Andreas, Bürger in…
Název:
Rathsherrn und Apothekers Georg Ludwig Chronik von Brünn (1555-1604)
Autor:
Chlumecky, Peter
Rok vydání:
1859
Místo vydání:
Brünn
Česká národní bibliografie:
Počet stran celkem:
124
Počet stran předmluvy plus obsahu:
XII+112
Obsah:
- I: Titul
- III: Vorwort
- V: Notizen
- 1: Edice
- 6: Privilegien
- 101: Nachträge
- 104: Index
Strana VII
VII
Brünn damals von einer fürchterlichen Pest heimgesucht wurde; in diesem
Jahre verlor Brünn allein 4000 seiner Einwohner. Die Braut hieß Doro
thea, ihren Familiennamen nennt Ludwig nicht. Daß er einen eigenen Herd
gründen konnte, spricht dafür, daß die Erwerbsverhältnisse Ludwigs schon
im Jahre 1584 günstig waren. Derothea lebte nicht lange, sie starb kin-
derlos fünf Jahre nach ihrer Vermähsung (13. Juni 1589). Im Jahre
1592 vermählte sich Ludwig mit Sara Conrad von Lamberg, einer Muhme
der Abtissin des Königinklosters, Rosina von Lamberg. Die Ehe wurde mit Kin-
dern gesegnet. Von diesen kennen wir jedoch nur die Katharina, geboren 1598.*)
In den Jahren (8) 1593 (9.) 1594 beaufsichtigte Ludwig im Auf-
trage des Rathes wichtige öffentliche Arbeiten.
Bald darauf im Jahre 1599 am 19. April wurde er in das Mittel
der Stadträthe, zugleich mit Ulrich Lilgenblait aufgenommen, und zur
Theilnahme an der Verwaltung der Stadt berufen. Er war Mitglied des
sitzenden Rathes in den Jahren 1600, 1603, 1604, 1607 und 1608. In
jedem dieser Jahre fungirte er nach der Stadtverfassung durch 4 Wochen
als Bürgermeister; im Jahre 1603 wurde er speciell mit dem Amte eines
städtischen Buchhalters betraut. — Es scheint, daß er im Jahre 1609 vier-
undfünszigiährig starb; wiewohl wir vergeblich nach einem urkundlichen
Beweise seines Todes forschten, so ist es sehr wahrscheinlich, daß er
das Jahr 1609 nicht überlebte.**) Ludwig wurde wegen seiner Verdienste
um die Vewaltung der Stadt in den Adelstand mit dem Prädicate von
Liebenek erhoben (Fol. 56 des Codex).
Georg Ludwig scheint keine ausgezeichnete Schulbildung genossen zu
haben, in seiner Schrift finden sich wenig Spuren humanistischer Studien,
keine blühende Redeweise; im Gegentheil, sein Styl ist schmucklos. Wir
fürchten, daß seine Kenntniß der klassischen Sprache Roms mangelhaft war;
die Copien lateinifcher Urkunden, welche er der Chronik vorausgeschickt, sind
sehr incorrect. Doch haben wir es dafür mit einem ganzen Mann, mit
einem offenen ehrlichen Charakter zu thun, er haßte die falschen Herzen,
die Fuchsschwänzer und Kriecher, vor Allem aber den turbulenten Ehrgeiz,
Ludwig war ein Mann von nüchternem Verstande, der die Dinge auffaßte,
wie sie waren, ohne irgend einer Befangenheit. Zuweilen finden wir in
*) Dieselbe vermählte sich 1616 mit Herrn Johann Gröschel von Hohenfels, starb am
25. Juli 1656, und wurde in der Kirche zu St. Jakob begraben (Fol. 55 des Codex).
**) Dafür spricht der Umstand, daß das von ihm geführte Verzeichniß der Mitglieder
des sitzenden Rathes mit dem Jahre 1608 aufbört, daß als Todesjahr Ludwigs in
dem ersten hier abgedruckten Verzeichnisse der Rathsherrn das Jahr 1609 eingetragen
erscheint. Ludwig hat mit eigener Hand diese Tage bis zum Jahre 1608 verzeichnet.
Die Todestage im 1609 sind von einer fremden Hand geschrieben. In Jahre 1608
zahlte Ludwig Zeuge des Stadtgrundbuchs noch Raten eines Kaufschillingsrestes, er
mußte also am Leben sein. Im Jahre 1609 erscheinen seine Waisen als Zabler dieser
Raten. Stadt-Grundbuch 1609. 5. 63.