z 124 stránek
Titul
I
II
Vorwort
III
IV
Notizen
V
VI
VII
VIII
IX
X
XI
XII
Edice
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Privilegien
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Nachträge
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Index
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Název:
Rathsherrn und Apothekers Georg Ludwig Chronik von Brünn (1555-1604)
Autor:
Chlumecky, Peter
Rok vydání:
1859
Místo vydání:
Brünn
Česká národní bibliografie:
Počet stran celkem:
124
Počet stran předmluvy plus obsahu:
XII+112
Obsah:
- I: Titul
- III: Vorwort
- V: Notizen
- 1: Edice
- 6: Privilegien
- 101: Nachträge
- 104: Index
Strana 13
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2. Den 6. January ist Herr Brobst von Brünn Stanislaus Pau- 1580
lousky zu einem Bischoff in Olmütz gekrent worden 18).
3. Den 20. February hab ich mein geburtsbrieff genummen von einem
ersamen Rath.
4. Den 10. Martii ist Hanns Wagner Zichner in Olmütz wegen
Ebruchs der erst auf den Rabenstein enthaubt worden und des Ciriaces
schwester in der Zucht vergeben worden den sie ein große Freundschaft in
Olmütz gehabt.
18) Dieser ausgezeichnete Mann, eine Säule der römischen Kirche, wurde zu Pawlowic in
Schlesien geboren, studirte im Collegium der Jesuiten zu Rom, war 1575 Probst
zu Brünn, 1576 päbst. Notar, 1577 Scholasticus zu Olmütz. Am 11. July 1579
wurde er zum Bischof von Olmütz einstimmig gewählt. Unter den 35 Wahlcapitu-
lationspunkten sind nachstehende hervorzuheben: der Neugewählte soll einen Inqui¬
sitor über die Ketzerei bestellen, wenigstens bezüglich der Geistlichkeit und ihrer Bü-
cher; soll die bischöfliche Stiftung der Jesuiten in Olmütz und das errichtete Prie-
ster-Seminar mit wenigstens 10 Individuen aufrecht erhalten; binnen Jahresfrist
die Agenda neu auflegen, das Missale aber und das Brevier erst nach Abzahlung
der größeren Schulden; soll die Herstellung der bischöfl. Gewalt gegen die Aebte
und Ordenvorsteher nach den Tridentin-Canonen sogleich nach der Konsekration beim
Kaiser erwirken; nur katholische Räthe, Beamte und Diener haben; von den Bis-
thumsschulden jährl. wenigstens 6000 fl. mhr. abzahlen; kein Bruder oder naher
Blutsverwandter des Bischofs soll ohne Genehmigung des Kapitels den Befehl über
die Schlösser oder sonstwo erhalten; der Bischof soll ein Schloß oder Stadt ver
pachten, die Brüder oder Verwandte desselben sollen Verzichtreverse ausstellen; alle
Angriffe auf das Kapitel soll der Bischof auf eigene Kosten abwehren, wie auch die
Immunität des Klerus aufrecht zu erhalten suchen u. s. w. (Wolny Kirch. Topogr.
1. 1. 77.)
Wenn die Verdienste, die sich Bischof Stauislaus um Emporbringung der kath.
Religion und des Bisthums erwarb, groß waren, so glänzte er auch durch seine Talente
als Staatsmann und Diplomat. Er wurde vom Kaiser zu wiederholten Sendungen nach
Polen verwendet, wo er die Wahl Erzherzog Maximilians zum Könige von Polen
bei einem Theile der Wähler durchsetzte (1587) n. 41. Als dann die Schlacht bei
Piczina die Sache zum Nachtheil Maximilians entschied, mußte der Bischof
abermals nach Polen reisen, um die Entlassung des Erzherzogs aus der Gefangen-
schaft und einen ehrenvollen Frieden zu erwirken.
Zur Belohnung erhielt Bischof Stanislaus vom Kaiser die Fürstenwürde
für sich und alle seine Nachfolger. (Wir erfahren, daß die Geschichte seiner Ge-
sandtschaften in Polen, durch den Herrn von Mayer, Bibliothekar Sr. fürstl. Gna-
den des Hrn. Fürst- Erzbischofes von Olmütz, veröffentlicht werden soll.)
Pawlowsky starb 2. Jänner 1598. Man erzählt, daß er die Beschreibung der Reisen,
welche Lew von Rozmital im 15. Jahrhundert unternahm, ins Lateinische übersetzte,
und 1577 in Olmütz bei Milichthaler drucken ließ. (Wolny I. c. 86.) Bischof Sta-
nislaus hatte auch im katholischen Lager Feinde. Der Oberstkanzler Adam von Neu-
haus erzählte von der ersten Polenfahrt des Bischofes, daß Stanislans zurückgekehrt
sey: cum titulo sed sine vitulo — um anzudeuten, daß die Wahl Maximilians zum
Könige von Polen dem Erzherzoge das Königreich Polen noch nicht zuführe. Der
Oberstkanzle: hatte in der That Recht gehabt. Březan. Leben W. Rosenbergs. 247.