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Titul
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I. Waldensia aus Olmütz
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II. Eine Mährische kopie
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III. Quellenanhang
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Quellen- und literaturverzeichnis
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Obrazová příloha
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- s. 216: … S. 78. W. Wattenbach: Uber Ketzergerichte in Pommern und der Mark Brandenburg, in „SB der Königl. Preuß. Akad. der Wiss.“ I, 1886,…
- s. 226: … macher vertreten. Ahnlich verhielt es sich in Pommern und der Mark Branden- burg: Bauern, Tagelöhner, Weber und Hutmacher bildeten das Gros.32 M. Machovcová…
- s. 284: … 9, 1903. Wattenbach, W.: Über Ketzergerichte in Pommern und der Mark Brandenburg. „Sitzungs- berichte der Königl. Preuß. Akad. der Wiss.“ I, Berlin…
Název:
Nachrichten über spätmittelalterliche Ketzer aus tschechoslovakischen Archiven und Bibliotheken
Autor:
Werner, Ernst
Rok vydání:
1963
Místo vydání:
Leipzing
Počet stran celkem:
86
Obsah:
- 211: Titul
- 215: I. Waldensia aus Olmütz
- 251: II. Eine Mährische kopie
- 265: III. Quellenanhang
- 282: Quellen- und literaturverzeichnis
- 285: Obrazová příloha
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et auctoritatem audiendi confessiones; post ea surgens a terra, videt magistros stare
"
secundum ordinem, tunc accedit quilibet eorum singulariter ad amplectendum eum...“
Es folgen dann in oft stark verstümmelter, mit tschechischen Zusätzen erweiterter
Form die einzelnen waldensischen Irrtümer in bunter Reihenfolge, ohne Rücksicht auf
die Anordnung der Vorlage.6
Demgegenüber beginnen S und W mit der Datumszeile: „Anno domini millesimo
trecentesimo nonagesimo primo, die mensis Septembris“ und nennen daraufhin na-
mentlich die rectores. Frage� und Abschwörungsformeln kennt nur S, nicht aber W. Sie
entsprechen nicht denen der Maxima Bibliotheca. Eine lokale Uberarbeitung oder
Ergänzung ist nicht feststellbar. Sie gehören ohne Zweifel dem deutsch-österreichischen
Sprachraum an.
M und P zeigen gegenüber ihren Vorlagen eine gewisse Selbständigkeit, wie wir
noch zeigen werden. Der Hinweis auf Prag in der Abschwörungsformel bezeugt die
böhmische Provenienz. Man kann dem Urteil R. Holinkas zustimmen, der schreibt: „Es
handelt sich um eine heimische Redaktion der ursprünglichen Errores“ 7.
Der unbekannte Schreiber dürfte den beiden Inquisitoren Petrus Zwicker aus Worm-
ditten in Preußen und dem Altarpriester Martin von der Altstädter Marienkirche in
Prag nahegestanden haben. Wurden doch beide zur Ketzerbekämpfung aus Böhmen
nach Deutschland und Österreich berufen.8 1391 sind sie in Erfurt nachweisbar, wo sie
über Waldenser zu Gericht saßen. Kurz zuvor hatten bereits zwei zum Katholizismus
übergetretene Ketzerprediger, Konrad von Erfurt und Hans aus Steiermark, vergeblich
versucht, ihre ehemaligen Glaubensgenossen zur Orthodoxie zu bekehren." 1392 erschien
Martin abermals in Erfurt, belegte eine Anzahl Waldenser mit schweren Strafen und
verurteilte einige zum Scheiterhaufen.10
Petrus Zwicker spürte in den Jahren 1393/94 in Pommern und der Mark Branden-
burg Waldenser auf, ausgestattet mit Vollmachten des Erzbischofs von Prag sowie der
Bischöfe von Lebus und Kammin. In den von W. Wattenbach entdeckten Prozeßakten
tauchen drei Namen auf, denen wir bereits im Protokoll von 1391 begegneten : Nikolaus
von Polen, Konrad von Sachsen und Konrad von Schwäbisch-Gmünd.11
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6 UB Prag XI. D. 8., ed. K. Höfler: Geschichtsschreiber der husitischen Bewegung in Böhmen,
T. 1, Wien 1856, S. 503—505.
R. Holinka: Sektářství, a. a. O., S. 130.
Vgl. H. Haupt: Waldensertum und Inquisition im südwestlichen Deutschland bis zur Mitte
des 14. Jahrhunderts, in „Deutsche Zschr. f. Geschichte“ 3, 1890, S. 345.
„Conradus de Erfordia... post conversionem suam revenit Erfordiam et coram haereticis
eiusdem sectae reclamavit errorem suum... et nullus voluit converti... Hans von der Steyr-
march ... similiter reclamavit et revocavit errorem suum... Döllinger II, S. 330.
H. Haupt: Waldensertum, a. a. O., S. 354 f.; P. Flade: Römische Inquisition in Mitteldeutsch-
land, insbesondere in den sächsischen Ländern, in „Beitr. zur sächs. Kirchengeschichte“
11, 1896, S. 78.
W. Wattenbach: Uber Ketzergerichte in Pommern und der Mark Brandenburg, in „SB der
Königl. Preuß. Akad. der Wiss.“ I, 1886, S. 47�58; J. Martinů: Die Waldesier und die
hussitische Reformation in Böhmen, Wien-Leipzig 1910, S. 25, 107. Die vom Verf. daraus
gezogenen Schlußfolgerungen für Böhmen sind wertlos, da sie auf keiner kritischen Quellen-
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