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Titul
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Předmluva
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Edice
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Obsah
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Název:
Zprávy pramenů o boji na hoře Vítkově 14. července 1420
Autor:
Pekař, Josef
Rok vydání:
1926
Místo vydání:
Praha
Česká národní bibliografie:
Počet stran celkem:
33
Počet stran předmluvy plus obsahu:
33
Obsah:
- 1: Titul
- 2: Předmluva
- 3: Edice
- 33: Obsah
Strana 22
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Österreich, dem des Königs Tochter verlobt war, brachte 6000 Volkes herbei.
Andere Herren u. Fürsten brachten unzählig viel Volk, wenn wer (= je-
mand) hätte können zählen all das Volk, das vor Prag war, er hätte ohne
Zweifel oben 100.000 ausgewählten (= verschiedenen) Volkes gefunden, die
alle gern um des Christenglaubens willen bereit waren, ihr Blut zu ver-
gießen, hätten sie [es] tun dürfen. Sie hätten zu der Zeit (= damals) der
Ketzerei wohl gesteuert (= bránili), denn (nebo: weil, da) die Böhmen
wagten damals nicht aus der Stadt Prag zu ziehen: sondern sie hatten bei
der Stadt an der Moldau einen Berg, den hießen sie Tábor, dort gingen sie
hinauf u. beteten den Teufel an. Das mühte (= kränkte) die deutschen
Fürsten, daß sie das ansehen sollten, u. sie wollten den Berg Tábor zer-
stören des Sonntags nach dem Skt. Maria-Magdalenentage [28. Julij. Dort
blieb Heinrich von Isenburg, der Markgrafen von Meißen Hauptmann,
aber tot mit anderen guten (= tüchtigen) Mannen gegen 70, die zum Teil
in Stücke gehauen u. verbrannt worden von den Ketzern auf demselben
Berge. Dies verriet ein böhmischer Herr, der den deutschen Fürsten ver-
sprach, er wollte sie auf den Berg Tábor wohl bringen, auf daß sie großen
Vorteil nehmen sollten. Diese Geschichte (= Ereignisse) sah der König alle
an und wurde doch nicht bewogen (= ließ sich nicht bewegen), ernstlich
gegen die Ketzer zu streben (= etwas zu unternehmen), sondern er hätte es
gerne auf die beste Art u. Weise geschlichtet und fürchtete das Verderben
der Leute u. der löblichen Stadt Prag u. Böhmerlands, seines Vaters Erbe(s),
u. verbot den Herren, daß sie mit Büchsen nicht schießen durften, u. hielt
viele heimliche Teidinge (oder Gedinge=Unterhandlungen) mit den böhmi
schen Herren, so lange daß (= bis) sie dem Könige rieten, daß er den (= die)
deutschen Fürsten mit ihrem Volke ließ wegziehn: sie wollten ihm Prag
treulich (variant: reulich) u. mächtiglich überantworten (= übergeben)
und ihm huldigen u. ihn zum (= als) Herren empfangen; und krönten ihn
am Skt. Pantaleonstage [28. Juli] auf der Burg zu Prag zum böhmischen
König. Auf dieses Versprechen u. [diesen] guten Glauben [hin] ließ der
König das Heer zergehen (= auseinandergehen) und gab den Herren, die
dazu versammelt waren, Urlaub (= Erlaubnis) wieder heimzuziehen. Also
zerging die Heerfahrt, die doch ganz verheißungsvoll (B: herrlich) war;
wenn wer (= jemand) gefangen ward auf beiden Seiten, da war keine
Lösung (= Erlösung) mehr als der unmenschliche bittere Tod. In demselben
Heere lagen oben 200 Ketzer tot, in Stücke zerhauen u. unverbrannt, davon
großer Gestank war, denn die toten Ketzer lagen geschlachtet wie die
Schweine. Auch war großer Gestank von toten Pferden, von Morast und an-
derem Aase. Auch war dort viel Gewürmtes (= Insekten), wie große Bremsen
und graue Fliegen, wovon die Leute große Not hatten, denn das Wetter war
warm, u. gut Gemach (= Bequemlichkeit) war da teuer. Bei dieser Heer-
fahrt hatten unsere Herren zehn Reiterschwärme, deren sechse unserem
Herren von Magdeburg zu Dienste standen, die er vor dem Markgrafen von
Meißen zugeteilt hatte, u. vier hatten sie dem Herzog Albrecht von Passau
zugeteilt, ihm nach zu reiten.
Als nun die Herren am Skt. Peterstage [1. Aug.] in der Früh weg-
gezogen waren, alsogleich zogen die von Prag aus der Stadt u. zerstörten
das schöne Kloster Königsaal u. „brachen“ es zugrunde, u. was sie von
(= an) Mönchen fanden, die verbrannten sie u. gewannen das Schloß Vyše-
hrad mit dem Dome u. vernichteten die Kirche (bis zur Erde) u. bemächtig-
ten sich aller Domherrengüter u. stritten darnach am Allerheiligentage
[1. Nov.] mit dem Könige u. fielen von ihm ab wohl 500 Volkes. Da blieben
16 böhmische Herren tot, die noch dem Könige beilagen (= anhingen). So
ward der König im guten Glauben betrogen, u. war gar kein Wunder, weil
die Böhmen von Art (= Charakter) böse Schalke sind, und [weil] sie dem
allmächtigen Gott seinen heiligen Glauben brachen, daß sie auch dem
römischen Könige den Glauben (= die Treue) nicht hielten.