z 155 stránek
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Einleitung
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- s. Ic: … ein Licht. Auffallende Beziehungen einer wichtigen Stelle der KL zur Burg Karlstein, deren Kapellen und Malereien, führten im Einklang mit den sprachlichen…
- s. XVII: … Karl mit der Heiligen in Verbindung, der er auf der Burg Karlstein, dem Aufbewahrungsort der Reichskleinodien und seiner per- sönlichen Kultstätte, die…
- s. XIX: … Dom zu S. Veit und die Kreuz- und Katharinenkapelle auf Burg Karlstein Die ursprünglich ganz freistehende Wenzelskapelle wurde durch Karl IV. in…
- s. XXI: … geschildert wird —frei erfunden habe, ist schwer anzunehmen. Auf die Burg Karlstein scheinen mir neben den Edelsteinen der Katharinenkapelle und den Bildern…
- s. XXIII: … Abschrift. Schwer ab- weisbare Beziehungen zu Bauwerken und Malereien der Burg Karlstein legen es nahe, die Vorlage dieser Abschrift etwa in die…
Název:
Die Altčechische Katharinenlegende der Stockholm-Brünner Handschrift. Einleitung. Text mit Quellen. Wörterbuch.
Autor:
Spina, Franz
Rok vydání:
1913
Místo vydání:
Praha
Česká národní bibliografie:
Počet stran celkem:
155
Počet stran předmluvy plus obsahu:
XL+115
Obsah:
- Ia: Titul
- I: Einleitung
- 1: Edice
- 107: Slovník
Strana XIX
XIX
Glanze Christus und die gekrönte Maria mit Szeptern in den Händen,
der zaghaft hoffenden Katharina zuwinkend.
Es ist zweierlei möglich: entweder schwebte dem Dichter hier
eine fremde poetische Darstellung vor oder er kopierte ein wirkliches
Bauwerk. Für den ersten Fall muss man an die Schilderung des Gral-
tempels im jüngeren Titurel denken1), wo zum Vergleich besonders die
Strophen 26—36 (Glasfenster aus Edelsteinen) und 47—49 (Uhrwerk
mit Gestirnen) in Betracht kommen. Dem čechischen Dichter können
diese Stellen vorgelegen haben — zum mindesten lässt sich das Gegen-
teil nicht beweisen. Die meisten von ihm genannten Edelsteine finden
sich auch im Graltempel; doch sind eine Reihe von Edelsteinen im
čech. Gedicht erwähnt, die das deutsche nicht hat: Demant, Türkis,
Sardin, Paleis, Kalcidon, Elfenbein und — bezeichnend — der Granat,
während 12 im deutschen Gedicht erwähnte Steine sich im čechischen
nicht finden. Auch mag beachtet werden, dass in der KL im Unterschied
zum Gralgedicht die Farben der einzelnen Edelsteine in den Fenstern
nicht angegeben werden. Ausser diesen bloss stofflichen Ueberein-
stimmungen leiten keine feineren Beziehungen von der deutschen zur
slavischen Schilderung. Die altere deutsche Edelsteinliteratur kam für
den Čechen wohl nicht in Betracht, wie denn überhaupt eine deutsch-
geschriebene Quelle für die KL nicht erweisbar ist.
Der Čeche hatte es gar nicht nötig, sich mit der nicht leicht
verständlichen Gralschilderung abzumühen — ihm lag die Edelstein-
pracht heimischer Bauwerke näher: die Wenzelskapelle im unteren Dom
zu S. Veit und die Kreuz- und Katharinenkapelle auf Burg Karlstein
Die ursprünglich ganz freistehende Wenzelskapelle wurde durch
Karl IV. in den neuen Dom einbezogen, ihre neue prächtige Wölbung
1366 von Peter Parler vollendet und 1372 oder 1373 die Wände nach
dem Vorbild der Karlsteiner Katharinen- und Kreuzkapelle bis zur
Höhe des 2.6 m messenden Simses mit Edelsteinen auf vergoldetem
Gipsgrund ausgeschmückt. Einen besonderen Schmuck bildeten die aus
Amethysten zusammengesetzte Geisselungssäule und das Chrysopras-
kreuz an der Fahne des Auferstehenden.2)
Mehr als die Wenzelskapelle entsprechen der Schilderung der
KL die Karlsteiner Kapellen sowohl der Zeit ihrer Vollendung nach als
durch begleitende Umstände. 1348 wird durch Ernst von Pardubitz der
Grund gelegt zur „Krone des böhmischen Burgenbaues", die, sichtlich be-
einflusst durch den Papstpalast in Avignon (Matthias von Arras3), als
Aufbewahrungsort der Reichskleinodien und kostbarer Reliquien wie
1) Fr. Zarncke. Der Graltempel. Vorstudie zu einer Ausgabe des
jüngeren Titurel. Abh. der k. sächs. Ges. d. Wiss., philol.-hist. Kl., 7. Bd.
(1879), 375 ff.
2) Vgl. Jos. Neuwirth, Der Prager Dom. Die Baukunst, heraus-
geg. von R. Borrmann und R. Graul, 2. Heft, S. 8.
3) Vgl. Jos. Neuwirth, Mittelalterliche Wandgemälde und Tafel-
bilder der Burg Karlstein in Böhmen. Forschungen zur Kunstgeschichte
Böhmens I. Prag, 1896. — Dazu der aufschlussreiche Bericht von Hans
Lambel, Aus Böhmens Kunstleben unter Karl IV. Oesterr.-ungar.
Revue 24 (1899).