z 427 stránek
Titul
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Vorwort
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Edice
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- s. VIII: … wie Karl IV. ängstlich die privilegirte selbstständige Stellung, welche das Königreich Böhmen dem deutschen Reiche gegenüber besass, wahrte, indem er in der…
- s. 335: … der Krone Böhmens zu unter- stützen und Ansprüche auf das Königreich Böhmen nur dann zu erheben, wenn die Nachkommen K. Karl IV.…
Název:
Codex diplomaticus et epistolaris Moraviae. Urkunden-Sammlung zur Geschichte Mährens im Auftrage des mährischen Landes-Ausschusses. Bd. 9. Vom Jahre 1356-1366
Autor:
Brandl, Vincencz
Rok vydání:
1875
Místo vydání:
Brno
Česká národní bibliografie:
Počet stran celkem:
427
Obsah:
- I: Titul
- III: Vorwort
- 1: Edice
- 395: Index
Strana VIII
VIII
bestimmt wird, dass der älteste Sohn Johann's den Titel „Markgraf" führen solle, dass die
zwei jüngeren Brüder die ihnen zugedachten Güter von dem altesten als Lehen zu empfangen
haben, dass aber der älteste Sohn als Markgraf und seine Nachfolger die Lehen der
jüngeren Brüder von König Wenzel als retrofeudum zu erbitten verpflichtet sein sollen.1)
Und wie Karl IV. ängstlich die privilegirte selbstständige Stellung, welche das Königreich
Böhmen dem deutschen Reiche gegenüber besass, wahrte, indem er in der goldenen Bulle
den alten Vorrechten dieses Königreiches z. B. dem Wahlrechte der Stände, dem jus de
non evocando (Nr. 1), dem ausschliesslichen Rechte der Regalien u. s. w. neue Anerkennung
zu verschaffen wusste, ebenso war er darauf bedacht, dass die Stellung der Markgrafschaft zur
Krone Böhmen durch nichts, namentlich durch die Ingerenz nicht alterirt werde, welche
den Kurfürsten bezüglich der Bestätigung des Erbfolgevertrages vom J. 1366 eingeräumt
war: doch ist unser meynunge und Läutern das mit keiserlicher mechte vollkummenheit daz
dorumb der egenannte Johanns Marggrafe zu Merhern, seine kint, erben und Nachkommen,
Marggrafen zu Merhern, von wegen derselben Marggrafschaft dem römischen
Reiche und den Kurfürsten nichts verbunden sein in dheineveis und daz sie
mit niemanden anders zu tun haben und zu niemanden anders zuvorsicht
haben sullen, nur alleine zu Kungen zu Behem iren Lehensherrn." (p. 346.)
So lange Karl IV. keinen männlichen Erben hatte, galt Markg. Johann als Anwart
der Krone Böhmens und auch in diesem Verhältnisse offenbarte sich die vorsichtige Natur
des Kaisers, der zur Festigung von Verträgen und Rechtsverhältnissen lieber viele Urkunden
austellte und austellen liess, als sich auf die blosse Ehrlichkeit der Menschen zu verlassen.
Daher musste Markg. Johann versprechen, dass er im Falle, dass er König von Böhmen
würde, von dem Königreiche nichts veräussern wolle (Nr. 28) und überdies mussten die
Städte Prag, Brünn, Olmütz, Znaim und Iglau versprechen, darüber zn wachen, dass alles
eingehalten werde, was der Lehensbrief vom J. 1350 bestimmte. (Nr. 29, 31—34.) Dieselbe
Vorsicht äusserte sich, als dem Kaiser sein Sohn Wenzel geboren wurde. Obwol durch
diese Geburt die Anwartschaft des Markg. Johann auf den böhmischen Thron von selbst
aufhörte und überdiess der Lehensbrief ai. 1350 die ausdrückliche Bestimmung enthielt,
dass Johann nur im Falle, dass Karl IV. ohne männliche Erben stürbe, in Böhmen succediren
solle, nichtsdestoweniger hiess Karl den Markg. Johann in einer eigenen Urkunde 1366
die Versicherung geben, dass er nur dann Ansprüche auf die Krone Böhmens erheben
wolle, wenn Karl IV. ohne männliche Erben mit Tod abgienge. (Nr. 425.)
In seinem Lande ahmte der Markgraf die Politik nach, die Karl IV. und die Fürsten
jener Zeit überhaupt verfolgten, er suchte seine Einkünfte zu vermehren, um von den mächtigen
Baronen unabhängig zu werden und hiedurch, sowie durch Verleihung von Lehen so zu
sagen eine Hausmacht zu gründen. Die Gütererwerbungen Johanns sind enthalten in Nr. 18,
46, 47, 78, 79, 81, 82, 101, 102, 112, 134, 157, 389, 390, 395, 446; die Lehens-
„Ipsi quoque Marchiones Moraviæ, qui pro tempore fuerint, prefatas infeodationes dictorum
fratrum suorum cum omnibus, quæ ab ipsis dependent, a serenissimo principe domino Wenceslan,
Boëmite rege in retrofeudum suscipere teneantur“. p. 325.