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Titul
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Rejstřík věcný
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Obsah
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Název:
Archiv koruny České. 6., Katalog listin z let 1438-1526
Autor:
Haas, Antonín
Rok vydání:
1947
Místo vydání:
Praha
Česká národní bibliografie:
Počet stran celkem:
288
Obsah:
- 1: Titul
- 3: Úvod
- 31: Edice
- 225: Rejstřík osobní a místní
- 278: Rejstřík věcný
- 288: Obsah
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mit den römischen Kaisern Friedrich III. und Maxmilian I., mit den Königen von Frank-
reich, Polen und Ungarn; aus dieser Gruppe sind vou großer Bedeutung Olmützer Ver-
handlungen und Beschlüsse zwischen Wladislaus II. und Mathias Hunyady 1478—1479.
Dann folgt eine Menge von Verträgen mit den unmittelbaren Nachbarn des Königreichs
Böhmen, und zwar mit den Erzherzögen von Österreich, mit den Herzögen von Bayern
und Sachsen, mit den Markgrafen von Brandenburg und Burggrafen zu Nürnberg, mit den
Herzögen von Würtemberg usw. Bemerkenswert sind hauptsächlich die Egerer Verträge
zwischen König Georg von Böhmen und dem Hause Sachsen aus dem Jahre 1459. Der
große historische Wert aller dieser Dokumente für die Geschichte der internationalen Be-
ziehungen im 15. Jhdt wird noch dadurch erhöht, daß in vielen von ihnen ausländische
Lehen und Mannschaften der Krone Böhmen und des böhmischen Königs genannt werden;
deshalb sind sie auch für die Landes- und Ortsgeschichte der benachbarten Länder sehr
wichtig. Aus demselben Grunde mußs ebenso das Abkommen König Wladislaus II. mit dem
berühmten Löwenbund vom Jahre 1490 erwähnt werden, in dem alle Mitglieder dieses
Bundes samt ihren Besitzungen in Bayern und anderswo genannt werden.
In das böhmische Kronarchiv wurden auch schriftliche Belege, die die staatsrecht-
liche Stellung der einzelnen Länder der Krone Böhmen (Böhmen, Mähren, Schlesien, Lau-
sitz) berühren, abgelegt, weiter Urkunden über die Anerkennung König Georgs von Seiten
der Herzogin von Liegnitz-Brieg Hedwig, sowie auch Lehensreverse der böhmisch-mähri-
schen und ausländischen Adeligen, Ritter und Städte. Eine selbständige Gruppe stellen
endlich diejenigen Urkunden dar, die sich auf das Herzogtum Luxemburg, das Familien-
eigentum des gleichnamigen böhmischen Königsgeschlechtes, beziehen.
Rein ständischer Provenienz sind dagegen Privilegien, durch welche der ständischen
Gemeinde Böhmens ihre Rechte und ihr Anteil an der Regierung schriftlich bestätigt und
gesichert werden. Das erste, im Original erhaltene Privilegium stammt aus dem J. 1461
und wurde vom König Georg ausgestellt. Dann folgen noch weitere elf Urkunden, welche
die böhmischen Stände von Wladislaus II. und dessen Sohn erhalten haben.
Sowohl für den König als auch für die Stände wurden einige Bekenntnisbriefe ein-
zelner Herren und Ritter zum Lande bestimmt, die sie bei dem Empfang in die böhmi-
sche Standesgesellschaft ablegen mußten.
Neben den bereits erwähnten Schriftstücken, die provenienzgemäß das eigentliche
Kronarchiv bilden, befinden sich hier noch andere Dokumente, die auf verschiedene Art
und in verschiedenen Zeiten in dieses Archiv kamen. Aus der Registratur der Prager Statt-
halterei wurden in dem ersten Viertel des 18. Jhdts in das Kronarchiv einige Urkunden
eingereiht, die sich auf die Herzogtümer Oppeln und Ratibor, welche der böhmische Konig
im J. 1551 erworben hat, beziehen. Eine zweite Gruppe, welche aus derselben Registratur
stammt, bilden Privilegien oberlausitzischer Städte, die König Ferdinand I. nach dem mißs-
lungenen Aufstande im J. 1547 diesen Städten entzogen und nicht mehr zurückgestellt hat.
In der Statthaltereiregistratur wurden ursprünglich auch einige Dokumente aufbewahrt,
die sich auf den Streit zwischen dem böhmischen König Wladislaus II. und den Herren
von Guttenstein beziehen. Aus dieser Grenzfehde entstanden ernste Schwierigkeiten mit
den bayerischen Herzögen.
Aus der zweiten amtlichen Prager Registratur, aus der Registratur der böhmischen
Kammer, stammen Urkunden, die die Grafschaft Glatz, welche bis in die vierziger Jahre
des 18. Jhdts ein unmittelbarer Teil des Königsreichs Böhmen war, berühren.
Einen wertvollen Teil des böhmischen Kronarchivs stellt weiter das Archiv der Herren
von Leipa dar, die das Amt des obersten königlichen böhmischen Marschalls bekleideten.
Der böhmische Geschichtsschreiber Thomas Pešina, Dechant des Prager Kapitels, erwarb
das Archiv von dem letzten Sprößling dieses Geschlechtes, und reihte es in seine private
Urkundensammlung ein. Diese Urkunden hatten ein bewegtes Schicksal, bis sie endlich
durch den harten Eingriff Rosenthal's, des ersten Archivars des Wiener Haus-, Hof- und
Staatsarchivs, im J. 1750 in dieses neugegründete Archiv entsendet wurden. Die Herren
von Leipa besaßen ihre Güter größtenteils in Mähren und schufen auch eine selbständige
Organisation eigener Mannen.
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