z 318 stránek
Titul
Ia
Vorwort
I
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Edice
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Název:
Codex diplomaticus et epistolaris Moraviae. Urkunden-Sammlung zur Geschichte Mährens im Auftrage des mährischen Landes-Ausschusses. Bd. 8. Band. Vom Jahre 1350-1355
Autor:
Brandl, Vincencz
Rok vydání:
1874
Místo vydání:
Brno
Česká národní bibliografie:
Počet stran celkem:
318
Obsah:
- Ia: Titul
- I: Vorwort
- 1: Edice
- 279: Index
- 297: Corrigenda
Strana XVIII
XVIII
thanen selbst zu richten, wobei die Competenz der Provinzialrichter in dieser Richtung
ausgeschlossen wurde. Was den Klöstern gewährt wurde, konnte dem mächtigen Adel
nicht lange vorenthalten werden, und so kam es, dass am Schlusse des 14. Jahrhundertes
die Patrimonialgerichtsbarkeit bereits vorherrschte. —
Was die Unterthansverhältnisse anbelangt, so finden wir in dieser Periode die
Hörigkeit vollständig entwickelt und daher die Freizügigkeit beschränkt. Die Uebersiedlung
eines Unterthanen auf ein anderes Dominium konnte nur mit Erlaubniss des ursprünglichen
Grundherrn geschehen (Nr. 130); doch war in jener Zeit der Unterthan noch Eigen-
thümer von Grund und Boden, auf dem er sass, also jedenfalls in besserer Stellung als
nach den Hussitenkriegen. als das Obereigenthum des Grundherrn über die Bauerngründe
rechtliche Geltung erlangt hatte. —
In kirchlicher Beziehung erfolgte in den ersten Regierungsjahren des Markgrafen
Johann eine Veränderung in der Leitung der mährischen Diözese. Bischof Johann VII.,
zubenannt Volek, war am 22. September des J. 1351 gestorben; an seiner Statt ernannte
Papst Clemens VI. zum Bischofe von Olmütz den Probst zu aller Heiligen auf der Prager
Burg und Domherrn in Breslau Johann von Vlaším, einen Liebling K. Karl IV. und viel-
seitig gebildeten, diplomatisch gewandten und energischen Mann. Sein linkes Auge
war kleiner als das rechte; desshalb nannte man ihn Očko (ocellus) (Nr. 145). Da
in jener Zeit die Cumulirung geistlicher Beneficien gang und gebe war, gestattele der
Papst dem neuen Bischofe, seine früheren Beneficien noch ein Jahr lang zu behalten (Nr.
144), sowie von den auf Pfründen in seiner Diözese Investitirten eine mässige Abgabe zu
erheben (Nr. 143). Er erhielt von K. Karl alle Privilegien der Olmützer Bischöfe und
Kirche bestättiget (Nr. 205); im J. 1354—1355 begleitete er K. Karl IV. auf seinem
Römerzuge. Markgraf Johann ertheilte gleich seinen Vorgängern den Klöstern und kirch-
lichen Corporationen viele Freiheiten und Privilegien; zu den schon bestehenden Klöstern
kamen in dieser sechsjährigen Regierungs -Periode zwei neue und zwar die Augustiner-
Eremiten zu Brünn und Kromau. In derselben Zeit wurden in Olmülz zwei Vicariate
errichtet und in Brünn stiftete der Bürger Schmelzlin ein neues Canonicat. Ueber den
päpstlichen Zehent gibt ein Verzeichniss der Pfarre in Auspitz aus dem J. 1354 interessante
Aufschlüsse; diese Pfarre entrichtete nämlich im J. 1303 acht, 1304 acht, 1326, 1327,
1343, 1346, 1253 je drei Mark päpstlichen Zehentes (Nr. 279).
Dieser slüchtige Ueberblick mag genügen, um die Reichhaltigkeit des historischen
Materials anzudeuten. welches in diesem VIII. Bande unseres Diplomatars aufgespeichert
ist. Es war meine Absicht, diesem Bande Ergänzungen zu den bisher erschienenen Bänden
beizufügen; um aber die Herausgabe desselben nicht noch mehr zu verzögern, beschloss
ich, diese Ergänzungen dem IX. Bande, der nächstes Jahr erscheinen wird, anzuschliessen.
Endlich sei es mir gestattet, hier meinen wärmsten Dank auszusprechen allen,
welche das Zustandekommen dieses VIII. B. entweder durch Mittheilung von Urkunden-
abschriften oder durch die Erlaubniss zur Benützung von Archiven gülig forderten. Dieser