z 106 stránek
Titul
I
II
III
IV
Obsah
V
VI
Úvod
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30
31
32
33
34
35
36
37
38
39
40
41
42
43
44
45
46
47
48
49
50
51
52
53
Edice
54
55
56
57
58
59
60
61
62
63
64
65
66
67
68
69
70
71
72
73
74
75
76
77
78
79
80
81
82
83
84
85
86
87
88
89
90
91
92
93
94
95
96
97
98
99
100
Název:
Das Buch der Malerzeche in Prag
Autor:
Pangerl, Mathias
Rok vydání:
1878
Místo vydání:
Wien
Počet stran celkem:
106
Počet stran předmluvy plus obsahu:
VI+100
Obsah:
- I: Titul
- V: Obsah
- 1: Úvod
- 54: Edice
Strana 38
38
NOTIZEN ZUR GESCHICHTE DER MALEREI IN BÖHMEN.
Mosaik am Dom.
an den Seiten Bruno und Hieronymus, Johannes den Täufer
als Kind und die heilige Katharina enthält. Die Inschrift ent-
hält eine Anrufung der Madonna in leoninischen Versen und
die Bezeichnung „Thomas fecit 1385". Wie aber das Bild durch
Uebermalungen entstellt ist, so kann auch die Inschrift, nament-
lich die Jahrzahl, nicht als ganz sicher gelten.
Thomas von Modena, dem man früher auch einen Ur-
sprung aus Böhmen zuweisen wollte, nämlich aus Muttersdorf
(Mutěnín) im Pilsener Kreise (vgl. Murr, Journal zur Kunst-
geschichte XV, S. 17, und Dlabacz, Künstler-Lexikon für Böhmen),
ist ein oberitalienischer Nachfolger des Giotto. Crowe und
Cavalcaselle charakterisiren ihn (Geschichte der italienischen
Malerei, deutsche Ausgabe II, S. 381) als ein untergeordnetes
Talent zweiter Classe, dessen Bilder weder Vorzüge noch Fehler
haben, die nicht von den Bolognesischen, Ravennatischen, Mo-
denesischen und Venetianischen Machwerken dieser Zeit getheilt
werden. In den Gesichtern lebt immerhin ein Streben nach
Würde und Charakter; die Augen, wenig geöffnet, machen den
Eindruck des Geschlitzten. Immerhin sind namentlich die Köpfe
Maria's, des Christuskindes, der Engel auf den Tafeln zu Karl-
stein voll Anmuth. Die Zeichnung ist aber dürftig, die Extremi-
täten sind wenig verstanden, die Gewänder lahm. Das Bild in
Wien ist, da es den heiligen Wenzel enthält, für Böhmen ge-
malt worden. Ein Aufenthalt des Italieners in diesem Lande
selbst hat nichts Unwahrscheinliches, ist aber nicht erwiesen.
Ein Product italienischer Schule ist sodann das Mosaik am
Prager Dom. Für diese Technik, die im Norden damals fast
unbekannt war, und in welcher hier nur noch zwei andere
Schöpfungen aus dem vierzehnten Jahrhundert im Ordenslande
Preussen, am Dom zu Marienwerder und an der Schlosscapelle
zu Marienburg vorhanden sind, musste der Kaiser auf alle Fälle
die ausführenden Kräfte aus Italien kommen lassen. Das Werk
galt als etwas Ungewöhnliches, was schon die Aufzeich-
nungen des gleichzeitigen Chronisten Benessius von Weitmül
darthun. Wieder heisst die Technik „opus more Graecorum",
was um so erklärlicher ist, als die damals in Italien, z. B. in
Venedig, thätigen Mosaicisten zum grossen Theil Griechen
waren. Die erste Stelle bei Benessius, unter dem Jahre 1370,