z 106 stránek
Titul
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Obsah
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Úvod
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Název:
Das Buch der Malerzeche in Prag
Autor:
Pangerl, Mathias
Rok vydání:
1878
Místo vydání:
Wien
Počet stran celkem:
106
Počet stran předmluvy plus obsahu:
VI+100
Obsah:
- I: Titul
- V: Obsah
- 1: Úvod
- 54: Edice
Strana 50
50
NOTIZEN ZUR GESCHICHTE DER MALEREI IN BÖHMEN.
Fränkischer
Charakter im 15
und 16. Jahr-
hundert.
stellt, ist es von dem früheren sehr verschieden. Keine Spur
davon, dass jetzt etwa eine specifisch čechische Kunstrichtung
aufgetreten wäre. Trotz des vorangegangenen Vernichtungs-
kampfes gegen das Deutschthum bleibt Deutschland in künst-
lerischer Beziehung die Quelle. Hier ist der böhmische Boden
jetzt nicht ergiebig genug, um Anregungen von den verschie-
densten Seiten her in sich lebendig fortkeimen zu lassen und
eine wahrhaft selbständige Richtung zu erzeugen. Von nun an
haben die Producte der Malerei und ebenso die der Plastik in
Böhmen nicht mehr einen in sich so mannigfaltigen Charakter,
wie zu Karl's IV. Zeit, sondern sämmtlich Eine Physiognomie,
den Charakter der fränkischen, und zwar speciell der Nürn-
bergischen Schule. Nürnberg ist das grosse Centrum für den
Export und für die Anregungen, die nach dem Osten gehen.
Nürnbergisch im Charakter sind zwei Altarflügel in der Galerie
der Gesellschaft patriotischer Kunstfreunde (Nr. 96, 97, — Kata-
log 1872, V, 12, 13), die auf den Innenseiten die Heiligen
Katharina, Magdalena und Margaretha, die Apostel Jacobus
major, Bartholomäus und Simon, auf den Aussenseiten Christus
am Oelberg und die Auferstehung enthalten; vom Anfang des
fünfzehnten Jahrhunderts. Ist hier aber vielleicht auch der
Ursprung nicht nachzuweisen, so ist dies doch der Fall bei
einem ebenda bewahrten, nur wenig späteren, dem Prager Dom-
capitel gehörigen Altar, der in der Mitte den Tod Marias,
auf den Innenseiten der Flügel die Verkündigung, Heimsuchung
und Anbetung der Könige sowie den heiligen Georg, auf der
Aussenseite nebst anderen Heiligen auch St. Wenzel enthält
(Nr. 166; Kat. 1872, VI, 46). Zwei grosse Altarflügel ebenda,
aus der Prager Kirche Maria Schnee, um 1500 entstanden,
werden fälschlich dem Hans Burckmair zugeschrieben, sind
aber entschieden Nürnbergisch, der Schule Wolgemut's ver-
wandt. Sie stellen die mächtigen, aber gedrungenen Gestalten
König Heinrich's II. und der heiligen Kunigunde dar, untersetzt
mit wulstiger Gewandung, sehr ernst im Ausdruck. Nürn-
bergisch ist das bemalte Steinrelief, Anbetung der Könige, in
der Krypta der Georgskirche zu Prag, sind die holzgeschnitzten
Statuen im dortigen Rathhaussaal, die zwei Schnitzaltäre in
einem Nebenraum des Klosters Hohenfurt. Dasselbe gilt von