z 106 stránek
Titul
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Obsah
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Úvod
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- s. 37: … denken. Seine Namensbezeichnung kommt nur auf Tafelbildern vor, die aus Burg Karlstein stammen. In einem Schrank der dortigen Kreuzcapelle werden zwei Flügel…
- s. 39: … selbst entgegen. Neben einander kann man sie namentlich in der Burg Karlstein sehen. Der Bau des Schlosses war 1348 begonnen worden, die…
- s. 42: … Farbe ist klar und glück- lich gestimmt. Auch in der Burg Karlstein haben wir noch Producte dieser Schule. So die Bildercyklen aus…
Název:
Das Buch der Malerzeche in Prag
Autor:
Pangerl, Mathias
Rok vydání:
1878
Místo vydání:
Wien
Počet stran celkem:
106
Počet stran předmluvy plus obsahu:
VI+100
Obsah:
- I: Titul
- V: Obsah
- 1: Úvod
- 54: Edice
Strana 42
42
NOTIZEN ZUR GESCHICHTE DER MALEREI IN BÖHMEN.
Kreuzcapelle.
Wandbilder.
Wenzelscapelle
Prag.
Tafelbild aus
Raudnitz.
Karlstein.
Marienkirche.
steht damals mit den beiden anderen Malerschulen ersten
Ranges in Deutschland, denen von Köln und von Nürnberg,
in gleicher Reihe.
Die oberen Wandbilder in der Kreuzcapelle, Scenen aus
der Kindheitsgeschichte Christi und aus der Apokalypse, haben
stark gelitten, so dass ein scharfes und bestimmtes Urtheil über
ihren Stil schwer ist. Im Ganzen scheinen sie derselben Schule
anzugehören, sind aber zugleich wohl nicht unberührt von dem
freieren Schwung, wie ihn die westlicheren deutschen Richtungen
besitzen. Andere Producte dieser eigentlichen Prager Schule
sind die unteren Bilder in der Wenzelscapelle des Domes zu
Prag, soweit sie noch erhalten sind. Auf das nächste stimmt
mit den Tafelbildern zu Karlstein ein grösseres Tafelgemälde
aus der Kirche zu Raudnitz überein, das in der Sammlung der
Patriotischen Kunstfreunde zu Prag ausgestellt ist. Es zeigt
in der oberen Abtheilung die Madonna mit dem Kinde, der
zur Seite Kaiser Karl und sein Sohn, König Wenzel, knien,
durch ihre Patrone, den heiligen Sigismund und den heiligen
Wenzel, empfohlen; in der unteren die Landesheiligen Veit, Lud-
milla, Procop und Adalbert, vor welchen der zweite Erzbischof
von Prag, Johann Očko von Wlašim (1364—1380) kniet. Die
Principien sind hier dieselben, aber die Derbheit und Strenge
ist etwas gemildert, Züge grösserer Anmuth und Noblesse treten
uns in den Gesichtern entgegen, die Farbe ist klar und glück-
lich gestimmt.
Auch in der Burg Karlstein haben wir noch Producte
dieser Schule. So die Bildercyklen aus den Legenden der hei-
ligen Ludmilla und des heiligen Wenzel an der Treppe zur
Kreuzcapelle, leider schlecht erhalten; dann einige Bildnisse und
Porträtgruppen in den unteren Capellen. An der Altarwand
der Marienkirche, deren übrige Bilder wir später erwähnen
werden, befinden sich repräsentirende Darstellungen Karl's IV.,
die von den anderen Wandbildern des Raumes abweichen und
erheblich später als diese sind: Karl und seine erste Gemalin
Blanca (gestorben 1348); der Kaiser, der seinem Sohne Wenzel
(geboren 1361), einem kaum erwachsenen Knaben, einen Ring
übergibt; der Kaiser betend am Altar. Leider ist der ursprüng-
liche Charakter dieser Bilder durch Uebermalungen ganz entstellt.