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- s. 17: … in Prag im weißen Thurm ein Jahr lang, nachher im Prager Schloß zwei Jahre weniger ein Viertel jahr (so habe ich es…
- s. 56: … St. Veit. Um die Frühstückszeit ging der Kaiser Rudolph vom Prager Schloß auf der Altstadt zum heiligen Jakob, vor ihm ritten eine…
- s. 60: … Haupt flechten mußte. Da ebenfalls fiel der Herr Dekan des Prager Schlosses in irgend einen Keller, daß er den Fuß brach, und…
Název:
Todtenbuch der Geistlichkeit der böhmischen Brüder
Autor:
Fiedler, Joseph
Rok vydání:
1872
Místo vydání:
Wien
Počet stran celkem:
107
Počet stran předmluvy plus obsahu:
IV+103
Obsah:
- I: Titul
- 1: Edice
Strana 60
60
Ornat herunterfiel, und sie ihn erst etwa nach einer Stunde von
diesem Ort für todt wegnahmen.
Einen Jesuiten von Wien, Pater Bartholomäus, zeichneten
(brandmarkten) sie, indem ihm ein Färber Klunker an's Haupt
flechten mußte.
Da ebenfalls fiel der Herr Dekan des Prager Schlosses in
irgend einen Keller, daß er den Fuß brach, und auf ihn fielen nicht
wenige seiner Genossen, Kanoniker. Unter diesen war auch Herr
Berka (Berthold) von Lippa und Duba, Kanonikus der Prager
Burg, und mit ihm der erwählte Abt des Klosters Hradisstě und
der Priester Kašpar, Abt von Zabrdow bei Brünn. Da gingen
alte Weiber ihm nach mit Knitteln und schlugen ihn aus diesem
Keller heraus, aber der Herr Dekan konute nicht fliehen, weil er
einen gebrochenen Fuß hatte. Und der Herr Berka lief von da
nach der Kleinseite, und lief zu einer Krämerin in ihren Kram-
laden hinein, die ihn von dort hinaus schlug und schalt, indem sie
sagte: Du päpstlicher Schurke, ihr sollt uus ja trösten und nicht
unglücklich machen, jagt euch der Teufel? da fiel der Probst der
Prager Burg in einen Keller und verrenkte sich den Arm.
Der Bischof Jan von Olmütz gerieth, als er floh, mehrmals
mit dem Rücken an eine Hellebarde, bie er die Krone verlor und
einen Handſchuh von der Hand, und dann flüchtete er zu einer Krämerin
in den Kramladen, und versprach ihr hundert rothe Gulden zu
geben, wenn sie Niemand etwas von ihm sagte. Aber sie trieb ihn
doch heraus, und kehrte sich uicht an sein Geld. Er sagte uachher
aus Scham, daß er nicht die Krone, sondern nur die Mütze ver-
loren habe.
Auch der Bischof von Wien warf, indem er floh, den Ornat
von sich, und einer von den Bewaffneten entriß seinem Diener
den Stab, den dann der Bischof selbst ergriff, aber jener Be-
waffnete entwand ihm den silberbeschlagenen, vergoldeten, mit Edel-
steinen besetzten Stab, schlug damit den Bischof, bis ihm die Krone
abficl und er anch hinstürzte und der Stab zerbrach, der Bewaff-
nete das dickere. Eude nahm, und man das dünnere später im
Kothe fand. Dann sprangen Andere herzu und rissen ihm die
Perlenhandschuhe und den goldenen Ring mit Edelsteinen ab. Er
sagte, daß ihm dies einer von den kaiserlichen Trabanten angethan,
aber er wußte nicht welcher? Da flohen dem Erzbischof von Prag
auch diejenigen voraus, die ihn führten, und Jener, obwohl er im