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Titul
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- s. 60: … auch Herr Berka (Berthold) von Lippa und Duba, Kanonikus der Prager Burg, und mit ihm der erwählte Abt des Klosters Hradisstě und…
- s. 60: … machen, jagt euch der Teufel? da fiel der Probst der Prager Burg in einen Keller und verrenkte sich den Arm. Der Bischof…
- s. 61: … mehr mit Weinen als mit Gesang gingen sie nach der Prager Burg. Und das Alles ging außerdem mit viel Furcht vor sich.…
- s. 61: … Begräbniß zu Eude. Als sie in die Kirche auf die Prager Burg zum heiligen Veit gingen, da schickte sich der Erzbischof von…
- s. 81: … Böhmischen Aufstand vor 40 Jahren wurde er ebenfalls nach der Prager Burg gebracht. Und obgleich Bürgen für ihu eine Summe erlegen wollten,…
Název:
Todtenbuch der Geistlichkeit der böhmischen Brüder
Autor:
Fiedler, Joseph
Rok vydání:
1872
Místo vydání:
Wien
Počet stran celkem:
107
Počet stran předmluvy plus obsahu:
IV+103
Obsah:
- I: Titul
- 1: Edice
Strana 61
61
—
Anfang selbst nicht gehen konnte, kam doch jetzt ebenfalls in's Laufen,
bis sie ihn nachher in den Koth drängten, und viele andere wunder-
bare Sachen begaben sich da. Und bis die Sache wieder zur Ruhe
kam und die Priesterschaft aus ihren Schlupfwinkeln sich wieder
zusammenfand, daß dies ungefähr zwel Stunden währte.
Dann ordneten sie sich nun auf's Neue in eine Reihe, uur
daß es kläglich war, sie anzusehen, da stellte sich einer ohne Ornat
hin, aber mit etlichen kahlen Flecken, ein anderer ohne Krone,
doch uicht ohne etwas von einer Schramme. Und solcher waren
wenige, die Perſenhaudſchuhe hatten, mehrere, die zerrisfene Hände
hatten. Und Stäbe, mit Edelsteinen besetzt, konnte man wohl kaum
wo sehen, nur etliche, gut mit Koth beschmutzt. Auch war die
Priesterschaft schon bedeutend an der Zahl verringert, daß man
von ihnen kaum die Hälfte wiederfand.
Da verloren sich die Kantoren, so daß keiner da war zu
singen, und mehr mit Weinen als mit Gesang gingen sie nach der
Prager Burg. Und das Alles ging außerdem mit viel Furcht vor
sich. Viele hinkten, und sahen sich nach allen Seiten um, und so
brachten sie jämmerlich genug dies Begräbniß zu Eude.
Als sie in die Kirche auf die Prager Burg zum heiligen Veit
gingen, da schickte sich der Erzbischof von Mainz an, die Messe
zu lesen, und der Bischof Jan von Olmütz, daß er die Predigt
hielte. Aber als er in die Kanzel trat, sprach er aus dem Steg-
reif (eig. heizte er mit Rohem), so daß diese seine Predigt, so oben-
hin gehalten, keine halbe Stunde dauerte.
Dann trat der Bischof von Mainz zum Altar und las die
Messe.
Dann schritt der Kaiser Rudolph zum Opfergang um den
Altar und trug eine große weiße Kerze, rings mit Dukaten ge=
schmückt. Und die Kerze gab er einem der Herren und der Herr
füßte sie, und der Bischof nahm sie von dem Herrn, und küßte sie,
und legte sie vor sich auf den Altar, und dann besichtigte er sie gut.
Nach dem Kaiser gingen seine zwei Brüder, trugen ebenfalle
Kerzen, gaben sie dem Bischof, der sie gern jede mit einem Kuß
in Empfang nahm.
Nach ihnen ging der päpstliche Legat, und tegte ebenfalls
seine Kerze mit Dukaten auf den Altar.
Nach ihm schritten zum Opfergang viele andere Herren Ge-