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Titul
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Slovo úvodem
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Seznam vyobrazení
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Obsah
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Název:
Iohannis Milicii de Cremsir Tres sermones synodales
Autor:
Mráz, Milan; Herold, Vilém
Rok vydání:
1974
Místo vydání:
Praha
Česká národní bibliografie:
Počet stran celkem:
162
Počet stran předmluvy plus obsahu:
162
Obsah:
- 1: Titul
- 5: Slovo úvodem
- 7: Úvod
- 25: Ediční zpráva
- 45: Edice
- 153: Seznam vyobrazení
- 162: Obsah
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ZUSAMMENFASSUNG
Unter die Kulturjubiläen der UNESCO von Weltgeltung wurde für das Jahr 1974 auch
die 600. Wiederkehr des Todestages eines der markantesten Vorgänger Hussens und des Hus-
sitentums überhaupt — des Jan Milíč von Kremsier — eingereiht. Milič war zweifelsohne
eine Persönlichkeit, die in entscheidendem Masse zur Formung des revolutionären Bewusstseins
beitrug, das dann im Hussitentum zu einer materiellen Kraft wurde, die die Universalkirche
und die feudale Ordnung direkt in ihren Fundamenten erschütterte. Sein auf eine Besserung
der gesellschaftlichen Verhältnisse abzielendes Wirken und Werk geht sowohl über den
Rahmen Böhmens, wie auch über den der damaligen Zeit hinaus und wurde zu einem
dauernden Bestandteil des progressiven Vermächtnisses der böhmischen und weltweiten
Kultur.
Die Lebensgeschicke Miličs waren mannigfaltig, stehen jedoch miteinander in fester
logischer Verbindung. Er wurde — wahrscheinlich in den zwanziger Jahren des 14. Jahr-
hunderts — in der mährischen Stadt Kremsier geboren und entstammte „keineswegs hoch-
stehenden Eltern“. In Mähren absolvierte er offenbar auch die Schulen, wo er die damals
üblichen grundlegenden Kenntnisse erwarb. Obwohl er nie akademische Würden an Uni-
versitäten erreichte, gingen seine Kenntnisse und seine geistigen Fähigkeiten weit über den
damaligen Durchschnitt hinaus. Dies bezeugt z. B. Miličs Zeitgenosse Vojtěch (Adalbert)
Raňkův von Ježov: dieser Mann, ein hervorragender Gelehrter und Redner, der kurze Zeit
lang auch Rektor der Pariser Universität war und sonst auf seinen doppelten Pariser Magister-
titel und auf seine Bildung grosse Stücke hielt, räumt gegenüber Milič bescheiden ein, dass er
das, „was er zum Vortrag vor gelehrten und einsichtigen Männern kaum innerhalb eines
ganzen Monates zusammenzustellen vermag, Milič in seinem Kopf innerhalb einer einzigen
Stunde zusammenstellt“.
Die Lebenserfahrungen waren für Milič die zweite, offenbar wertvollste Schule. Er kommt
nach Prag, in das Milieu der kaiserlichen Kanzlei Karls IV., die viele Jahre lang vom Kanzler
Johann von Neumarkt, einem Freund Petrarkas, geleitet wurde. Milič wirkte in der Kanzlei
als Registrator, Korrektor und offenbar auch als einer der Notare in den Jahren 1358—62.
Sicherlich können wir hier bereits eine der Quellen für die glänzende Rednerkunst Miličs su-
chen. Milič hatte aber auch die Möglichkeit, unmittelbar die Spitzen der damaligen feudalen
Gesellschaft sowohl in Prag, als auch im Ausland, auf den Reisen kennenzulernen, bei denen
er den kaiserlichen Hof begleitete.
Auf Verwendung Johanns von Neumarkt wurde er zuletzt Vertreter des Prager Archidia-
kons. Bei seinen Kontrollvisitationen, die er aufgrund seiner Funktion unternahm und die die
Beaufsichtigung der Disziplin des Klerus bezweckten, lernte er ganz genau den nach aussen
hin durch den ausserlichen Glanz verdeckten tiefen Verfall der ganzen Kirche in der Praxis
kennen; es enthüllten sich ihm aber auch ganz nahe die sozialen Differenzen, die in der
damaligen feudalen Gesellschaft immer unerträglichere Dimensionen annahmen.
Diese Erkenntnis erschütterte Milíč dermassen, dass er beschloss, seine Kräfte unein-
geschränkt dem Kampf für eine Besserung dieser Missstände zu widmen. Zu seiner Entschei-
dung trug gewiss auch Konrad Waldhauser bei, der damals in Prag kritisch aufzutreten
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